Hausmittel gegen Blattläuse

Gesunde, kräftige Pflanzen werden niemals von Blattläusen befallen. Wenn Sie auf einem Gewächs Läuse entdecken, dürfen Sie somit sicher sein, dass es schwach ist und keine wirklich optimalen Lebensbedingungen vorfindet. Wenn es am Wetter liegt, können Sie natürlich auch als passionierter Pflanzenzüchter nichts ändern. Aber nicht selten spielen menschliche Fehler ebenfalls eine große Rolle.

So sind Pflanzen aus Monokulturen beispielsweise häufiger vom Blattlausfall bedroht, als Gewächse gleicher Art, die in einer Mischkultur stehen. Im Wintergarten und in der Wohnung schwächt oft eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit die Pflanze. Und auch zuviel oder zu wenig Dünger können den Blattlausbefall begünstigen. Gerade Rosen sind außerdem sehr Standort empfindlich. Wer die sonneliebende Rose zu nah an die Hauswand pflanzt riskiert ebenso einen Schädlingsbefall, wie der Rosengärtner, dessen Rosenstrauch im Dauerschatten steht.

Übrigens sollten Sie nicht dem Irrglauben verfallen, dass sich nach einem kalten Winter das Blattlausproblem von selber löst. Die meisten Läuse legen ihre Eier bei sinkenden Herbsttemperaturen auf der Wirtspflanze ab und sterben anschließend. Die Eier sind jedoch so widerstandsfähig, dass sie auch niedrige Temperaturen, Nässe und Frost überstehen. Um auch den jungen Läusen den Garaus zu machen, sollten Sie Ihre Sträucher im Frühjahr zurückschneiden.

Müssen Sie trotz bester Pflege und aller nur erdenklichen Vorbeugemaßnahmen kleine saugende Krabbler an Ihren Pflanzen wahrnehmen, sollten Sie zuerst versuchen, das Problem mithilfe von Hausmitteln aus der Welt zu schaffen. Nur wenn alles versagt, ist der Einsatz eines chemischen Mittels angeraten.

Brennesselsud gegen Blattläuse

Die Brennnessel darf definitiv nicht nur als Unkraut angesehen werden. Sie bereichert den menschlichen Speiseplan. Als Heilmittel hilft sie bei Darmerkrankungen. In der Kosmetik bekämpft sie Haarausfall. Im Garten gilt sie als hervorragendes Düngemittel und auch zur Bekämpfung von Blattläusen lässt sich die oft verkannte Brennnessel einsetzen.

Um sie als Hausmittel gegen Blattläuse zu nutzen, benötigen Sie lediglich Wasser und frische Brennnesseln. Weil die Nesseln oft schon am Wegesrand zu finden sind, ist es nicht schwer, eine größere Menge davon zu sammeln:

  • Um gegen die Blattläuse einen Brennnesselsud herzustellen, benötigen Sie einen halben Plastikeimer voll Brennnesseln.
  • Lassen Sie die Nesseln im Eimer und füllen Sie ihn mit normalem Leitungswasser auf.
  • Den so angesetzten Sud müssen Sie ein bis zwei Tage im Schatten stehen lassen, denn die Nessel soll zwar ihre Wirkstoffe ans Wasser abgeben, aber eine Gärung darf nicht stattfinden.
  • Um zu vermeiden, dass kleine Tiere in Ihren Eimer fallen, decken Sie ihn am besten mit etwas Fliegendraht ab.
  • Anschließend gießen Sie den Sud durch ein Sieb und fangen das Brennnesselwasser auf.
  • Nun füllen Sie das Hausmittel in eine Pflanzenspritze.
  • Besprühen Sie die befallenen Pflanzen von allen Seiten kräftig mit dem Brennnesselsud und vergessen Sie dabei vor allem die Blattunterseite und die Stielansätze nicht. Sie können das natürliche Hausmittel sowohl auf Nutzpflanzen wie auch auf Zierpflanzen einsetzen.

Übrigens: Auch Essigwasser ist ein effektives Hausmittel im Kampf gegen die Blattläuse. Lesen Sie dazu unbedingt diese Anleitung Blattläuse an Rosen

Schwarze Blattläuse

Seifenlauge gegen Blattläuse

Gerade bei Blattläusen auf Zimmerpflanzen wollen Sie sicherlich nicht unbedingt die chemische Keule einsetzen. Weil aber die Hausmittel, wie beispielsweise der Brennnesselsud oder Essigwasser oftmals einen unangenehmen Geruch verströmen, ist guter Rat teuer. Seifenlauge ist in diesem Fall eine optimale Alternative.

Die Lauge vernichtet die unerwünschten Schädlinge und kann außerdem mit einem dezenten Seifengeruch aufwarten. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich Seifenlauge auch in kleinen Mengen herstellen lässt, die bequem mit einer Sprühflasche auf der gesamten Pflanze verteilt werden können:

  1. Um eine Kali-Seifenlauge (ohne zugesetzte Duftstoffe!) herzustellen, geben sie 20 Gramm Kali-Seife in eine Schüssel und gießen einen Liter lauwarmes Wasser darüber.
  2. Rühren Sie mit einem Löffel so lange, bis sich die Schmierseife komplett aufgelöst hat.
  3. Dann füllen Sie das Seifenwasser in eine Sprühflasche.
  4. Spritzen Sie die Pflanze mit dem selbst gemachten Hausmittel von allen Seiten gründlich ein. Vergessen Sie keinesfalls die Blattunterseiten und auch die Stielansätze sind beliebte Verstecke der Blattläuse.
  5. Die Schmierseifenlösung aus der reinen Kali-Seife wird von den Pflanzen gut vertragen. Sie ist ein natürliches Insektizid, das nur bei den kleinen Pflanzenschädlingen, wie eben den Blattläusen Wirkung zeigt. Größeren Insekten, wie beispielsweise Marienkäfern schadet die Kali-Seifenlauge nicht.
  6. Können Sie keine Schmierseife ohne Zusätze (= Kaliseife) bekommen, lohnt es sich auch, einen Versuch mit herkömmlicher Schmierseife zu starten.

Weitere Hausmittelrezepte für Rapsöl, Milch oder Spülmittel können Sie hier Blattläuse natürlich bekämpfen finden.

Knoblauch und Pflanzen gegen Blattläuse

Sollten Sie auf dem Balkon oder der Terrasse plötzlich vermehrt Ameisen oder Ameisenstraßen entdecken, kann das ein Zeichen sein, dass einige Ihrer Pflanzen von Blattläusen befallen sind. Untersuchen Sie dann Ihre Zierpflanzen aber vergessen sie auch die Kräuter und Gewürze nicht. Haben sie die saugenden Schädlinge entdeckt, können Sie mit Knoblauch gegen die Blattläuse vorgehen. Dazu haben Sie zwei verschiedene Möglichkeiten:

  1. Hält sich der Befall noch in Grenzen, schälen Sie einige Knoblauchzehen und stecken neben jeden Pflanzenstiel eine Zehe in die Erde. Achten Sie dabei darauf, dass die Knoblauchzehe zur Hälfte in der Erde steckt und die andere Hälfte aus dem Boden herausschaut. Auf diese Weise gibt sie ihren Knoblauchduft auch an die Luft ab und verströmt ihre ätherischen Öle rund um die Pflanze.
  2. Alternativ können Sie einen Knoblauchsud herstellen. Für den Sud schälen Sie drei große Knoblauchzehen. Halbieren Sie die Zehen und legen Sie sie auf den Boden einer großen Flasche. Dann füllen Sie die Flasche mit einem Liter Wasser auf und lassen sie zwei Wochen stehen. Anschließend gießen Sie das Knoblauchwasser durch ein Sieb und füllen es in eine Sprühflasche. Besprühen Sie alle befallenen Pflanzen gründlich mit dem Knoblauchsud und vergessen Sie dabei weder die Blattunterseiten noch die Stielansätze.

Es lässt sich nicht nur mit Knoblauch ein Schutz vor Blattlausbefall aufbauen. Wenn Sie Bohnenkraut zwischen einzelne Kräuter pflanzen, schrecken Sie die Läuse ebenfalls ab. Noch mehr über biologische und natürliche Blattlaus-Bekämpfer erfahren Sie hier: Mittel gegen Blattläuse

Weitere Hausmittel gegen Blattläuse

Zwiebelsud ist ein besonders wirkungsvolles Hausmittel gegen die saugenden Schädlinge:

  • Schneiden sie dazu eine große Zwiebel in kleine Stücke.
  • Legen Sie die Zwiebelstücke in einen Topf und füllen Sie ihn mit Wasser auf.
  • Dann stellen Sie den Topf auf den Herd und bringen das Zwiebelwasser zum Kochen.
  • Sobald das Wasser kocht, schalten Sie die Hitze klein, legen einen Deckel auf und lassen das Hausmittel 20 bis 30 Minuten bei niedriger Hitze ziehen.
  • Anschließend nehmen Sie den Topf vom Herd und lassen den Zwiebelsud abkühlen.
  • Den abgekühlten Sud gießen Sie durch ein Sieb und füllen ihn in eine Sprühflasche.
  • Sprühen Sie mit dem Hausmittel die betroffenen Pflanzen von allen Seiten gut ein, sodass sie tropfnass sind.
  • Der Zwiebelsud schädigt das Gewächs nicht und kann sowohl für Zierpflanzen, wie auch für Nutzpflanzen angewendet werden. Er ist besonders beliebt, um Blattläuse auf Rosensträuchern und auch auf Paprikapflanzen zu bekämpfen.

Essig: Auch der Essig hat sich im Kampf gegen die Blattläuse bewährt. Wenn sie mit seiner Hilfe den saugenden Plagegeistern den Garaus machen möchten, benötigen Sie 100 Milliliter Essig und einen Liter Wasser. Mischen Sie die beiden Flüssigkeiten und füllen Sie das Essigwasser dann in eine Sprühflasche.

Nun besprühen Sie die Pflanzen von allen Seiten kräftig mit dem Hausmittel. Gießen Sie außerdem noch ein wenig Essigwasser in die Blumenerde und warten Sie ab. Sollten Sie nach ein paar Tagen erneut Blattläuse an der Pflanze feststellen, wiederholen Sie die Prozedur.

Schwarzer Tee: Als weiteres Hausmittel gegen Blattläuse darf der schwarze Tee aufgezählt werden. Um das effektive Hausmittel gegen die Pflanzensaft saugenden Insekten herzustellen, bringen Sie auf dem Herd einen Liter Wasser zum Kochen. Hängen Sie zwei Teebeutel schwarzen Tee in eine Teekanne und übergießen Sie die Beutel mit dem heißen Wasser. Lassen Sie den Tee 15 Minuten ziehen, bevor Sie die Beutel herausnehmen. Erst wenn es abgekühlt ist, füllen Sie das Hausmittel in eine Sprühflasche. Besprühen Sie nun alle Pflanzenteile gründlichst mit dem Tee und vergessen Sie dabei auch die Blattunterseiten nicht.