Mittel gegen Blattläuse

Nicht nur bei Nutzpflanzen sollten Sie sich genau überlegen, ob Sie gegen Blattläuse mit einem chemischen Mittel vorgehen möchten. Schließlich schädigen Insektizide außer der menschlichen Gesundheit auch die Umwelt. Dennoch gibt es manchmal keinen anderen Ausweg mehr, als mit einem chemischen Mittel den Blattlausbefall loszuwerden.

Wer sich dazu entschließt, sollte sich vor Gebrauch genau über die Wirkungsweise informieren und sich bei der Anwendung strikt an die Gebrauchsanweisung halten.

Um Chemie zu vermeiden, bieten sich als Alternative biologische Mittel gegen Blattläuse an. Dazu zählen in erster Linie die Fressfeinde der Läuse. Und last but not least helfen Ihnen zahlreiche natürliche Mittel, Hausmittel, um der Blattlausplage Herr zu werden.

Chemische Mittel gegen Blattläuse

Blattläuse bei Rosen lassen das Auge tränen. Wer mit viel Liebe seine Pflanzen hegt und pflegt, ist zu recht enttäuscht, wenn schwarze Blattläuse durch ihr gefräßiges Saugen die Rosenpracht verunstalten. Wer sich nach einigen Fehlversuchen mit biologischen oder natürlichen Mitteln nicht mehr zu helfen weiß, greift zur Chemie:

  • Es gibt chemische Mittel, die gespritzt werden und ihren Wirkstoff über die Blätter an die Pflanze abgeben. Sie sollten generell nur im Freien angewendet werden, um die eigene Gesundheit nicht zu gefährden.
  • Für Rosen sind im Fachhandel spezielle Pflaster zu haben, die um die Stängel der Pflanze gelegt werden und auf diese Weise wirken.
  • Und Sie können Stäbchen erwerben, die auch für Zimmerpflanzen empfohlen werden. Durch diese nimmt die Pflanze das Insektizid über ihre Wurzeln auf.

Blattläuse biologisch bekämpfen

Biologische Mittel gegen Blattläuse

Nicht nur der Glückskäfer ist ein Fressfeind der Blattläuse auch die Florfliegenlarve und die Gallmücke sind begeisterte Blattlausjäger. Wer Florfliegenlarve, Gallmücke oder Marienkäfer kaufen möchte, kann sie auch im Internet erwerben. In unterschiedlichen Shops werden Marienkäfer und ihre Larven, die Larven von Florfliegen oder die Puppen von Gallmücken angeboten:

  1. Marienkäfer gibt es sowohl als Larven wie auch als ausgewachsene Käfer.
  2. Florfliegen können im Larvenstadium oder als Eier erworben werden. Weil die aus den Eiern schlüpfenden Larven sehr klein sind und somit im Freiland eine leichte Beute darstellen, sind sie eher für das Gewächshaus geeignet. Im Allgemeinen sind Florfliegenlarven sehr gefräßig und machen sich nicht nur über Blattläuse her, sondern tun sich auch an anderen Pflanzenschädlingen gütlich.
  3. Gallmücken werden erst in der Dämmerung aktiv. Sie werden im Puppenstadium angeboten. Aus den Puppen schlüpfen nach wenigen Tagen Gallmücken.

Weitere oft weniger bekannte Fressfeinde der Blattläuse sind die Meisen. Die kleinen Vögel merken sich, wer sie im Winter mit Meisenknödeln versorgt. Wenn Sie ihnen außerdem im Frühjahr Meisenkästen als Nistmöglichkeit anbieten, werden sich die gefiederten Freunde nicht lange bitten lassen und mit Freuden im Garten einziehen. Selbstverständlich grasen sie dann bei der Futtersuche Ihre Sträucher und Gehölze nach Blattläusen ab.

Natürliche Mittel gegen Blattläuse

Wenn Ameisen am Stamm des Zierstrauches auf- und abkrabbeln, wird es höchste Zeit, nachzusehen, ob das Gehölz von Läusen befallen ist. Da sich Blattläuse explosionsartig vermehren, sollten Sie mit Gegenmaßnahmen nicht allzu lange warten. Außerdem gilt, je eher die Blattläuse entdeckt werden, umso größer ist die Chance sie durch natürliche Mittel zu vernichten.

Eine einfache und preisgünstige natürliche Lösung gegen Blattläuse ist der Einsatz von Steinmehl. Dieses gibt es in unterschiedlichen Körnungen zu kaufen. Als Mittel gegen Blattläuse eignet sich besonders fein gemahlenes Steinmehl:

  • Es wird auf die Blätter der Pflanzen gestäubt und bildet dort eine hauchdünne Schicht.
  • Da der Staub bei Blattläusen und auch bei Spinnmilben die Atemwege verstopft, verziehen sich die Schädlinge meist sehr schnell.
  • Das aufgebrachte Steinmehl hat den weiteren Vorteil, dass es die Pflanze mit Mineralstoffen versorgt und ihre Blattstruktur stärkt.

Eine uralte Pflanze, die ebenfalls als Mittel gegen Blattläuse eingesetzt werden kann, ist der Ackerschachtelhalm, der auch als Zinnkraut bekannt ist. Der Schachtelhalm wächst im Sommer und kann auf einem Spaziergang gesammelt, oder getrocknet käuflich erworben werden:

  1. Für eine Brühe aus Ackerschachtelhalm setzen Sie entweder 500 Gramm frisches Zinnkraut oder 80 Gramm getrockneter Schachtelhalm mit fünf Litern Wasser in einem Eimer an und lassen diesen 24 Stunden stehen.
  2. Danach füllen Sie die benötigte Menge in einen Topf und kochen den Inhalt 30 Minuten lang.
  3. Nach dem Kochen gießen Sie den Sud durch ein Sieb und fangen ihn in einem weiteren Eimer auf.
  4. Wenn die Schachtelhalmbrühe abgekühlt ist, mischen Sie sie mit der fünffachen Menge Wasser. Dann ist die Brühe einsatzbereit.
  5. Die von Blattläusen befallenen Pflanzen besprühen Sie gründlich von allen Seiten mit dem Zinnkraut-Wasser. Auch die Erde dürfen Sie damit gießen.
  6. Um die Pflanzen zuverlässig zu schützen, wiederholen Sie die Prozedur alle 2 bis 3 Wochen.

Weitere natürliche Mittel finden Sie hier: Hausmittel gegen Blattläuse

Weitere Mittel gegen Blattläuse

Ebenfalls als Mittel gegen Blattläuse geeignet sind Niemsamen. Für einen Liter Wasser benötigen Sie 50 Gramm Samen. Geben Sie die Niemsamen ins Wasser und lassen Sie sie mehrere Stunden ziehen. Danach sprühen Sie die betroffenen Pflanzen von allen Seiten mit der Mischung tropfnass.

Wer vom Frühstück noch Kaffee übrig hat, kann den saugenden Insekten auch mit kaltem Kaffee zu Leibe rücken. Den schwarzen Kaffee füllen Sie in eine Sprühflasche und besprühen die Pflanze besonders auch an der Blattunterseite und an den Stängeln sorgfältig mit dem schwarzen Muntermacher.

Ein etwas unangenehm riechendes Mittel gegen Blattläuse ist Tabaksud:

  • Geben Sie Zigarettenstummel in einen alten Topf und übergießen diese mit Wasser.
  • Die Mischung bringen Sie auf dem Herd zum Kochen und lassen sie circa 10 Minuten bei geringer Hitze köcheln.
  • Dann nehmen Sie den Topf vom Herd und decken ihn ab.
  • Der Nikotinsud muss nun einige Tage stehen und gut durchziehen. Danach können Sie das Tabakwasser abseihen und in eine Sprühflasche füllen.
  • Die befallenen Pflanzen besprühen Sie eine Woche lang jeden Tag von allen Seiten gründlich mit dem Tabaksud.

Anleitungen für die Hausmittel Rapsöl, Milch und Spülmittel: Blattläuse bekämpfen