Marder - Steinmarder

Marder sind Säugetiere. Ihre Familie ist recht groß, denn Otter, Dachse, Iltisse, Nerze, Wiesel und Frettchen zählen ebenfalls dazu. Umgangssprachlich werden jedoch in erster Linie Steinmarder, die auch manchmal Hausmarder genannt werden, unter dem Begriff Marder erfasst.

Steinmarder sind Raubtiere und Einzelgänger. Es handelt sich um nachtaktive Tiere, die tagsüber in ihrem Bau ruhen und nachts auf Nahrungssuche gehen. Um nicht mit Artgenossen in Konflikt zu geraten, stecken sie ihr Revier mithilfe von Duftmarken aus Kot und Urin genau ab. Nähert sich ein fremder Marder, wird er angegriffen.

Die kleinen Raubtiere sind dem Menschen von Nutzen, den sie ernähren sich von Insekten und Würmern, die im Haus oder Garten als Ungeziefer höchst unwillkommen sind. Andererseits gilt der Steinmarder als Kulturfolger und hält sich aus Bequemlichkeitsgründen gerne in menschlicher Nähe auf. Dort plündert er den Hühner- oder Kaninchenstall. Oder er nistet sich im Dachboden ein und macht sich im Motorraum der Autos zu schaffen.

Steinmarder

Eigentlich sind Steinmarder putzige Tiere. Sie sind lang und schlank, weisen ein grau-braunes Fell auf und haben einen langen, buschigen Schwanz. An ihrem Kehlkopf befindet sich ein weißer Fleck, der sich oft bis zu den Vorderpfoten hinabzieht.

  • Der männliche Steinmarder kann eine Größe von 55 Zentimetern erreichen. Die Weibchen werden höchstens 45 Zentimeter lang.
  • Der Größenunterschied zwischen männlichen und weiblichen Tieren schlägt sich auch in ihrem Gewicht nieder. Während die Männchen ein Körpergewicht von bis zu 2 Kilogramm aufweisen können, wird das Weibchen höchstens 1,6 Kilogramm schwer.
  • Marder sind sehr sportlich. Sie können nicht nur sehr gut klettern, sondern springen bis zu 1,8 Meter hoch und an die 2 Meter weit. Dadurch wird die Marderabwehr erschwert.

Steinmarder sind nicht nur in Mittel- und Südeuropa beheimatet, sondern leben auch in Zentralasien und sind sogar in der Mongolei und im Himalaja zu finden. Das natürliche Versteck, in das sich der kleine Nager tagsüber zurückzieht, besteht aus Steinhaufen oder Felsspalten. Aber auch verlassene Bauten anderer Säugetiere macht er sich gerne zum Eigenheim. In der Nähe des Menschen bevorzugen Marder Dachböden, Ställe, Garagen oder selten genutzte Nebengebäude.

Marder

Was fressen Marder?

Marder gehören zwar zu den Raubtieren, ernähren sich aber nicht nur von Fleisch. Besonders im Sommer und im Herbst besteht ein großer Teil ihrer Nahrung auch aus Beeren und Früchten. Genaugenommen, müssen sie als Allesfresser bezeichnet werden. Das Fressverhalten der kleinen Säugetiere ist stark von den Jahreszeiten abhängig.

  1. Während sich Steinmarder ein halbes Jahr fast nur mit pflanzlicher Nahrung zufriedengeben, fressen sie im Winter und Frühjahr bevorzugt kleine Säugetiere, Vögel und deren Eier.
  2. Ganzjährlich halten sie sich aber ebenso gerne an die menschliche Mülltonne, die ihnen einen reichlich gedeckten Tisch bietet.
  3. Ungesicherte Hühnerställe, Taubenschläge oder Kaninchenställe werden von den kleinen Raubtieren ebenfalls gerne heimgesucht.

Oft findet der Besitzer am Morgen nach einem Marderangriff kein lebendes Tier mehr im Stall vor. Das liegt aber nicht an der Mordlust oder der Gefräßigkeit der Marder: Durch das aufgeschreckte Umherflattern des Geflügels wird der Tötungsinstinkt der Vierbeiner jeweils wieder neu ausgelöst, sodass sie alle Tiere erlegen, selbst wenn ihr Hunger schon längst gestillt ist.

Marder fangen

Weil Marder am Abfall des Menschen oft müheloser ihren Hunger stillen können, als in der freien Natur, halten sie sich gerne in menschlicher Nähe auf. Das hat allerdings zur Folge, dass sie menschlichen Lebensraum beanspruchen. Sie nisten sich im Dachboden ein oder wohnen in Ställen, Garagen oder anderen, selten genutzten Nebengebäuden.

Im Zuge ihrer Revierkämpfe kommt dabei auch menschliches Eigentum zu Schaden. Im Auto wird das Isolationsmaterial zerbissen, Kabel werden angeknabbert oder Bremsschläuche durchgenagt. Um Abhilfe zu schaffen, versuchen Betroffene Marder zu vertreiben, vergiften oder fangen.

Das Verteiben der Tiere ist das ganze Jahr über erlaubt, das Vergiften der Marder ist dagegen verboten. Jagen dürfen Sie die pelzigen Raubtiere nur während der Jadsaison in der Zeit zwischen Mitte Oktober und Ende Februar. Allerdings darf sich nicht jedermann auf Marderjagd begeben, sondern dazu ist eine besondere Erlaubnis notwendig.

Am besten überlassen Sie das Marderproblem dem Jäger, der den kleinen Störenfried in der Regel mit einer Falle jagt. Die genaue Jagdzeit und welche Fallenart erlaubt ist, hängt vom jeweiligen Bundesland ab. Sollten Sie außerhalb der Jagdsaison oder ohne Genehmigung einen Steinmarder beschädigen oder verletzen, gelten Sie als Wilderer und machen sich strafbar!

Weitere Infos und Tipps finden Sie hier:

Was tun gegen Marder?

Weil Marder keinen Winterschlaf halten, sind sie auch zur kalten Jahreszeit auf Nahrung angewiesen. Während sie im Sommer auch pflanzliche Nahrung zu sich nehmen, ist das Nahrungsangebot bei Eis und Schnee einseitiger. Die Marder beschränken sich dann auf Fleisch und Abfälle.

Damit Sie sich gerade in dieser Zeit keine Steinmarder ins Haus holen, sollten Sie ein paar wichtige Vorbeugemaßnahmen beachten:

  1. Halten Sie Ihre Mülltonnen stets gut verschlossen.
  2. Schließen Sie nachts das Fenster zu Küche und zur Vorratskammer.
  3. Bieten Sie den Tieren keine Einbruchsmöglichkeit in den Hühnerstall, Kaninchenstall oder Taubenschlag.

Ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen und Sie müssen sich mit einem lästigen Mitbewohner herumärgern, haben Sie die Möglichkeit, während der Jagdsaison Marder mit Genehmigung zu fangen. Außerhalb dieser Zeit können Sie die Allesfresser entweder professionell verjagen lassen, oder Sie greifen zu altbewährten Hausmitteln und nehmen das Vertreiben selber in die Hand. Infos und Tipps dazu: Marder vertreiben

Im Fachhandel werden unterschiedliche Lösungen für das Marderproblem angeboten. Von der Geruchsbelästigung mithilfe eines Mardersprays über die Lärmbelästigung mit Ultraschall, bis hin zu Elektroschocks reicht das vielfältige Angebot, um den Tieren das Eindringen in die menschliche Behausung oder Auto zu vergällen. Weitere Tipps finden Sie auf dieser Seite: Marderabwehr