Marder im Haus, auf dem Dachboden

Auch wenn Sie keine Katze halten, müssen Sie bei nächtlichen Geräuschen auf dem Dachboden nicht an Gespenster oder Einbrecher denken. Oftmals ist es ein kleines Raubtier, das im Haus Unterschlupf gefunden hat. Der Marder sucht besonders im Winter die Nähe zum Menschen, wenn das pflanzliche Nahrungsangebot nachlässt und er sich eine mühsame Jagd ersparen möchte.

Steinmarder sind Einzelgänger und meiden außerhalb der Paarungszeit den Kontakt zu ihren Artgenossen. Im Gegenteil, sie grenzen ihr Revier genau ab. Haben sich die Tiere auf dem Dachboden niedergelassen, betrachten sie ihn ebenfalls als Revier und verschmutzen ihn mit Exkrementen. Deswegen ist es nicht möglich, mit den Raubtieren im Haus auf Dauer zusammenzuleben.

Auch die nächtliche Ruhestörung kann beträchtliche Ausmaße annehmen. Zur Nachtaktivität gehört nicht nur, dass Marder ihr Revier gegen Eindringlinge verteidigen, sondern auch, dass sie auf Nahrungssuche gehen. Wenn sich die Möglichkeit bietet, wird der Abfalleimer geplündert, die Mülltonne nach Essbarem durchwühlt oder im Hühnerstall ist Kahlschlag angesagt.

Marder im Haus

Im Haus gilt der Dachboden als bevorzugter Schlupfwinkel der kleinen Säugetiere. Aber auch die Garage oder andere selten benutzte Nebengebäude bieten dem Marder einen gerne benutzten Unterschlupf in der Nähe des Menschen. Damit Sie nicht im Nachhinein den Ärger haben, das Tier bekämpfen zu müssen, sollten Sie rechtzeitig gegen den Steinmarder im Haus vorbeugen.

  • Als wichtigste Vorbeugemaßnahme gilt, die Mülltonne stets gut verschlossen zu halten, denn die kleinen Allesfresser erleichtern sich gerne die Arbeit.
  • Auch wenn sie im Sommer und in den Herbstmonaten ein reichliches Nahrungsangebot in der freien Natur vorfinden, ist es für die kleinen Säugetiere natürlich bequemer, sich an den menschlichen Nahrungsresten zu bedienen.
  • Aber nicht nur offene Mülltonnen oder Abfalleimer locken den Marder ins Haus. Auch ungesicherte Ställe von Hühnern oder Kaninchen ersparen den Tieren eine mühsame Jagd.

Dabei richten sie unter dem Geflügel oft verheerende Schäden an. Da durch das erschreckte Hochflattern der Hühner der Tötungsreflex der Marder immer wieder neu angeregt wird, vernichten sie oft alle Vögel, ohne sie zu fressen.

Marder

Marder auf dem Dachboden

Wer es versäumt hat, gegen den Marder rechtzeitig vorzubeugen, hat nicht die Möglichkeit ein Tier, das sich im Dachboden eingenistet hat, zu fangen. Das Fangen der Raubtiere zählt zur Jagd und unterliegt dem Jagdgesetz. Deswegen ist es auch nur zu einer bestimmten Zeit im Jahr erlaubt und bedarf außerdem einer Genehmigung.

Wenn Sie zu den Betroffenen zählen und sich Ihr Eigenheim mit einem Steinmarder teilen müssen, sollten Sie nicht selbst Hand anlegen. Um dem Tier kein Leid zuzufügen und außerdem den Ärger unzähliger Fehlversuche zu vermeiden, sollten Sie sich professionelle Hilfe holen. Wenden Sie sich an einen sogenannten Marderjäger (siehe Marder fangen).

Falls Sie den Marder auf Ihrem Dachboden nicht loswerden möchten, haben Sie mit vielen Unannehmlichkeiten zu rechnen:

  1. Denn die nachtaktiven Säugetiere werden Sie nicht nur einmal in Ihrer Nachtruhe stören.
  2. Außerdem werden auch Sie bald das Revier des Marders an seinem Kot erkennen.
  3. Und weil die Allesfresser die Reste ihrer Beute in ihren Unterschlupf schleppen, ziehen verwesende Tierleichen schnell Ungeziefer an.

Halten Marder Winterschlaf?

Nein, der echte Marder, zu dessen Gattung auch der Steinmarder zählt, hält keinen Winterschlaf. Weil in der kalten Jahreszeit die pflanzliche Nahrung wegfällt, ist sein Nahrungsangebot geringer, als in den warmen Monaten. Deswegen ist im Winter die Gefahr, dass sich eines der kleinen Raubtiere auf dem Dachboden oder im Haus niederlässt, größer.

Wenn Sie sich entschlossen haben, den unliebsamen Mitbewohner zu verjagen, müssen Sie sich trotzdem keine Sorgen um sein Wohlergehen machen. Im Winter fällt zwar das pflanzliche Nahrungsangebot weg, aber der Marder ist in erster Linie ein Raubtier. Auch in der kalten Jahreszeit wird er ausreichend Insekten, Vögel und andere Kleintiere finden.

Gerade in der freien Natur ist die Anwesenheit des kleinen Allesfressers dem Menschen häufig auch von Nutzen. Denn schließlich ernährt sich der Marder von zahlreichen Insekten und Würmern, die als Ungeziefer im menschlichen Garten oder im Haus Schaden anrichten können.

Tipps zum Marder verjagen

Wenn Sie einen Steinmarder als Mitbewohner haben, besteht die einzige Möglichkeit, ihn loszuwerden, in seiner Vertreibung. Weil Sie aber das Tier weder fangen, geschweige denn es töten dürfen, müssen Sie versuchen es zu verjagen. Dafür stehen folgende Möglichkeiten offen:

  • Im Fachhandel gibt es unterschiedliche Geräte. Sie können sich entweder auf Apparate verlassen, die mit Ultraschallwellen arbeiten oder ein Gerät wählen, das Marderabwehr mit Strom betreibt. Während die Geräte mit Strom ähnlich funktionieren, wie die Elektrozäune auf der Kuhweide, sind Ultraschallwellen für das menschliche Ohr nicht hörbar und angeblich auch für Haustiere ungefährlich. Tipps und Infos: Marder vom Dachboden vertreiben
  • Ebenfalls im Fachhandel erhältlich sind Sprays, die im Haus oder auf dem Dachboden aufgetragen werden und die feine Nase der kleinen Säugetiere empfindlich beeinträchtigen. So sehr sich der Mensch von den Reviermarkierungen der Marder gestört fühlt, ebenso sehr missfällt der Geruch des aufgetragenen Sprays den Raubtieren.
  • Wenn Sie eine preiswerte Methode suchen, um sich der kleinen Allesfresser zu entledigen, können Sie auf altbewährte Hausmittel zurückgreifen. Drehen Sie den Spieß einfach um und verjagen Sie die Marder entweder durch einen ihnen unangenehmen Duft oder stören Sie sie in ihrer Ruhe. Weitere Ideen dazu finden Sie hier: Hausmittel gegen Marder
  • Weitere Tipps und Infos finden Sie auf der Seite Marderabwehr