Schnecken - Nacktschnecken

Schnecken gehören zu den Weichtieren. Sie zählen mit zu den ältesten, bekannten Tierarten, denn die ersten Funde versteinerter Schnecken lassen sich auf das Kambrium vor circa 530 Millionen Jahren zurückdatieren. Wer Schnecken nicht als Schädlinge aus dem Garten kennt, hatte sie vielleicht schon als Delikatesse aus Frankreich oder Spanien auf dem Teller.

Die älteste, bekannte Schnecke wurde über 30 Jahre alt. Allerdings erreichte sie dieses für Schnecken biblische Alter wohlbehütet in einem Terrarium, das speziell auf ihre Lebensbedingungen zugeschnitten war. In der Regel werden Weinbergschnecken höchstens zehn Jahre. Nacktschnecken, wie die Spanische Wegschnecke, sterben bereits nach zwei Jahren.

Die kalte Jahreszeit überstehen Schnecken in einer Art Winterschlaf, der aber nicht als solcher bezeichnet wird. Nacktschnecken verkriechen sich im frostfreien Boden, während sich Gehäuseschnecken in ihr Schneckenhaus zurückziehen, das sie mit einem Kalkdeckel verschließen.

Auch die Fortpflanzung der Schnecken ist speziell, denn sie sind Zwitter. Zuerst tauschen sie mithilfe ihrer männlichen Geschlechtsorgane Samenpakete aus. Dann reifen in ihren weiblichen Geschlechtsorganen Eier heran, die von den Samen befruchtet werden.

Schneckenarten

Wieviele Schneckenarten es tatsächlich gibt, ist bis heute nicht genau erforscht. Die Zahlen schwanken zwischen 43.000 und 240.000 Arten gewaltig. Die unterschiedlichen Schnecken, die sich in unseren heimischen Gärten aufhalten, sind jedoch überschaubar

  • Spanische Wegschnecke: Zu den wichtigsten Nacktschnecken im Garten zählen die Wegschnecken. Unter ihnen ist die Spanische Wegschnecke, die gefürchtetste, da sie sich nicht nur am schnellsten ausbreitet, sondern auch gegen zahlreiche Fressfeinde erfolgreich zu wehren weiß.
  • Gartenwegschnecke: Auch die Gartenwegschnecke ist nicht sonderlich beliebt, denn sie verträgt selbst die Kälte und ist auch im Winter aktiv.
  • Ackerschnecke: Die genetzte Ackerschnecke ist gelb, hellgrau oder dunkelbraun. Bei Regen frisst sie über der Erde, bei Trockenheit tut sie sich an den Wurzeln der Pflanzen gütlich.
  • Große Egelschnecke: Die Große Egelschnecke ist im Gegensatz zu den meisten anderen im Garten vorkommenden Nacktschnecken ein nützliches Tier. Sie frisst hauptsächlich Aas, Pilze und tote Pflanzen und hält somit den Garten sauber. Nur sehr selten macht sie sich über frische Pflanzenteile her.
  • Schnirkelschnecke: Die Schnirkelschnecke ist eine Gehäuseschnecke, die im Garten nur selten Schaden anrichtet. Lediglich an Obstbäumen und -Sträuchern wie der Roten Johannisbeere oder dem Kirschbaum ist sie ab und an zu beobachten.
  • Baumschnecke: Schwere Schäden verursacht hingegen die Baumschnecke. Sie hat ebenfalls ein Gehäuse, das mit dunkelbraunen Streifen und Karomustern verziert ist. Sie liebt besonders Petersilie und die Hohe Glockenblume.
  • Weinbergschnecke: Die Weinbergschnecke und die Gefleckte Weinbergschnecke, die übrigens oft mit der Baumschnecke verwechselt wird, müssen eher als Nützlinge betrachtet werden. Die Weinbergschnecke frisst nicht nur Nacktschnecken, sondern steht außerdem unter Naturschutz, da ihre Art vom Aussterben bedroht ist.

Schnecken

Was fressen Schnecken?

Nicht alle Schneckenarten bevorzugen die gleiche Nahrung. Es gibt Schnecken, die sich ausschließlich von frischen, grünen Pflanzenteilen ernähren, andere wiederum lieben Wurzeln. Pilze stehen ebenso auf dem Speiseplan, wie Aas oder abgestorbene Pflanzenteile.

Je nachdem, welcher Nahrung Schnecken den Vorzug geben, zählen sie für Menschen als nützlich oder schädlich. Während wir die Schadschnecken zu bekämpfen versuchen, sollten die Nutzschnecken geschützt werden.

Schneckenschutz und -abwehr

Wer im Garten die Schadschnecken bekämpfen will, sollte stets darauf achten keine nützlichen Tiere in Gefahr zu bringen. Selbst wenn das gewählte Schneckengift weder für Menschen noch für Haus- und Nutztiere gefährlich ist, wird es doch nicht nur die schädlichen Schnecken vergiften.

Ein Gift, das nur bestimmte Schneckenarten angreift, gibt es nicht. Um Schneckenschutz und Schneckenabwehr gleichzeitig zu betreiben, sollte auf den Einsatz von Gift verzichtet werden.

Am sichersten sind in diesem Fall natürliche Methoden, wie das Absammeln der schädlichen Schnecken von den angegriffenen Pflanzen oder das Aufbauen von Schneckenbarrieren, die Schadschnecken davon abhalten, sich an Gemüse oder Zierpflanzen gütlich zu tun (siehe Was tun gegen Schnecken im Garten?).

Wer es vermeidet, im Garten die Pflanzen zu setzen, die sich als Leibgericht auf dem Speisezettel von Schnecken befinden, kann ebenfalls auf einfache Weise dazubeitragen, Schadschnecken abzuwehren ohne den Nutzschnecken, die sich um totes Pflanzenmaterial kümmern, zu schaden.

Was hilft gegen Nacktschnecken?

Es gibt verschiedene Methoden gegen die schleimigen Pflanzenschädlinge vorzugehen:

  1. Natürliche Mittel: Wer im Kampf gegen Schnecken nur natürliche Mittel und Methoden anwendet, handelt umweltfreundlich und bringt keine anderen Tiere oder gar Menschen in Gefahr (siehe Hausmittel gegen Schnecken).
  2. Chemische Mittel: Zur Schneckenbekämpfung sind mehr oder weniger giftige Mittel erhältlich (siehe Schneckenkorn). Doch auch wenn Sie sich für ein nicht so starkes Gift entscheiden, sollten Sie daran denken Kinder und Haustiere aus dem Garten fernzuhalten. Auch wenn die Packungsbeilage das Präparat als unbedenklich bezeichnet, ist Vorsicht geboten.
  3. Als biologische Mittel gegen Schnecken werden in erster Linie ihre Fressfeinde bezeichnet. Dazu zählen zahlreiche Vogelarten aber auch Blindschleichen, Salamander oder bestimmte Käfer haben Schnecken und ihre Eier auf dem Speiseplan (siehe Biologisches Mittel gegen Schnecken).
  4. Um gar nicht erst den Kampf antreten zu müssen hilft Vorbeugen. Schon beim Bepflanzen kann durch eine gezielte Auswahl der Pflanzen und ein wohldurchdachtes Setzen und Säen ein Schneckenbefall verhindert werden (siehe Was tun gegen Nacktschnecken?).