Schnecken im Garten

Wer seinen Garten vor Schnecken bewahren will, muss rechtzeitig damit anfangen die Weichtiere zu bekämpfen. Dabei gilt es zu beachten, dass die meisten Nacktschnecken, die im Garten vorkommen, schädliche Pflanzenfresser sind, Schnecken mit Haus aber häufig als Nutzschnecken betrachtet werden müssen.

Um nützliche Schnecken zu schützen, aber die gefräßigen Schadschnecken zu vernichten, ist ein Spagat notwendig, der sich nicht immer problemlos ausführen lässt. Dennoch sollten vor der Anwendung eines Mittels, das sämtliche Weichtiere bekämpft, zuerst die möglichen Alternativen geprüft werden.

Schneckenplage im Garten

Je nachdem, um welche Schneckenart es sich handelt, die im Garten ihr Unwesen treibt, können schon einige wenige Tiere sich in kurzer Zeit zur regelrechten Plage auswachsen.

Besonders die Spanische Wegschnecke ist als eine gefräßige, schwer zu bekämpfende Nacktschnecke bekannt. Diese fremden Schnecken, die sich seit den 60er Jahren auch in Deutschland ausgebreitet haben, werden bis zu zwölf Zenitmeter lang. Sie legen bis zu 400 Eier jährlich, wobei von der Eiablage bis zum Schlüpfen zwischen zwei und vier Wochen vergehen.

Gerade die eingewanderten Schnecken sind gegen die einheimischen Fressfeinde besonders resistent. Das liegt daran, dass sie einen bitter schmeckenden Schleim absondern, den Igel und Maulwurf nicht mögen. Außerdem vertragen die Spanischen Wegschnecken auch die Trockenheit besser als unsere einheimischen Gartenschädlinge. Dennoch gibt es selbstverständlich Mittel und Wege, um auch der größeren Schneckenplage Herr zu werden.

Schnecken

Natürliche Schneckenabwehr

Effektive Schneckenbekämpfung muss nicht zwangsläufig mit chemischen Mitteln wie Schneckenkorn erfolgen. Unterschiedliche Hausmittel eignen sich ebenso, um auf umweltfreundliche Art die pflanzenfressenden Weichtiere in Schach zu halten, wie Barrieren, die Schnecken den Zugang zum Leibgericht versperren:

Kupfer: Obwohl Schnecken Kupfer meiden, hilft es nicht immer bei der Schneckenabwehr. Außerdem ist es ein zweischneidiges Schwert, denn schließlich wurden alte Kupferwasserleitungen schon vor Jahren gegen galvanisierte Rohre oder Plastikrohre ausgetauscht, damit das Kupfer nicht ins Trinkwasser gelangt. Durch den Regen könnte bei einem Schneckenzaun aus Kupfer das Metall aber ebenfalls über den Boden ins Trinkwasser gelangen.

  • Wenn Sie es dennoch probieren möchten, besorgen Sie sich im Baumarkt (oder beim Schrotthändler) möglichst viel Kupferdraht.
  • Dann drehen Sie mehrere Stränge zu einer dicken Kordel zusammen und formen Ringe.
  • Um jede Pflanze, die geschützt werden soll, legen Sie einen dicken Kupferring auf dem Boden aus.
  • Normalerweise meiden Schnecken das Kupfer und die Pflanze bleibt verschont.

Absammeln: Die natürlichste Art der Schneckenplage Herr zu werden, ist das Absammeln. Da Schnecken nachtaktiv sind und bei Tage schlafen, ist der frühe Abend die beste Zeit, um die Schädlinge zu suchen. Bewaffnet mit Taschenlampe und Eimer machen Sie sich am besten in der Dunkelheit auf den Weg, um die Tiere einzusammeln. Wer nicht bei Nacht gehen möchte, kann auch einen Regentag abwarten, um die Schnecken auf frischer Tat zu ertappen und zu entfernen.

Unterschlupf als Schneckenfalle: Wer bei Tageslicht viele Schnecken auf einmal einsammeln möchte, legt Holzbretter auf die Gartenwege. Schnecken nutzen die Bretter tagsüber als Unterschlupf, um sich zu verbergen. Wird das Brett hochgehoben, können mehrere Tiere auf einen Streich abgesammelt werden. Eine mühsame Suche entfällt.

Weitere interessante natürliche Mittel:

Natürliche Feinde von Schnecken

Eine ebenfalls umweltfreundliche Methode Schnecken im Garten loszuwerden, besteht im Einsatz natürlicher Feinde. Da die schädlichen Weichtiere bei vielen Tierarten auf dem Speisezettel stehen, ist die Auswahl groß.

Indische Laufenten: Wer einen Garten besitzt, der mindestens 100 Quadratmeter misst, kann sich indische Laufenten anschaffen, um den Nacktschnecken den Garaus zu machen.

  1. Dabei sollten Sie beachten, dass die Enten artgerecht gehalten werden müssen.
  2. Außerdem sollten Sie ihnen immer ausreichend Wasser zur Verfügung stellen, damit sie den Schneckenschleim vom dem Verzehr der Weichtiere abspülen können
  3. und die Enten müssen Sie mardergeschützt unterbringen.
  4. Für Gartenbesitzer, die sich keine Enten halten möchten oder können, besteht auch die Möglichkeit, die Tiere zu mieten.

Igel: Ein weiterer Fressfeind der Schnecken sind Igel. Damit sich die Stacheltiere im Garten wohlfühlen benötigen sie nicht nur ausreichend Schneckennahrung, sondern auch einen guten Unterschlupf. Um sich die Igel als Gartenbewohner zu ziehen, sollten Sie in einer Ecke einen Laub- oder Reisighaufen aufschichten, indem sich Ihre Helfer verstecken können.

Kröten: Wer einen Gartenteich sein Eigen nennt, hat eventuell die Möglichkeit Kröten gegen Schnecken im Garten einzusetzen. Neben einem möglichst natürlichen Teich mit viel Pflanzenbewuchs benötigen Erdkröten Steinhaufen oder Totholzhaufen als Unterschlupf.

Weitere natürliche Fressfeinde von Schnecken finden Sie hier: Biologisch Schnecken bekämpfen. Auch interessant ist es nicht erst gegen erwachsene Tiere vorzugehen, sondern Fressfeinde bereits gegen Schneckeneier einzusetzen (siehe Biologisches Mittel gegen Schnecken).

Was tun gegen Nacktschnecken?

Vorbeugen ist besser als Bekämpfen. Das gilt auch im Falle der Schneckenplage. Um Schnecken gar nicht erst in den Garten zu locken, können Sie schon bei der Gartenplanung und der Gartenbepflanzung wichtige Maßnahmen ergreifen:

  • Kaufen Sie nur gesunde, starke Pflanzen für Ihren Garten, denn sie überstehen eine kleine Schneckenknabberei besser, als angegriffene Pflanzen.
  • Pflanzen Sie keine Monokulturen an, Mischkulturen sind resistenter gegen Schnecken.
  • Vermeiden Sie Pflanzenarten, die von den Schnecken bevorzugt verzehrt werden. Dazu gehören die Zierpflanzen Dahlien, Petunien, Tagetes, Glockenblumen, Rittersporn und Astern. Von den Nutzpflanzen sind grüner Salat, Feldsalat, und alle Kohlsorten gefährdet.
  • Spezialisieren Sie sich auf Pflanzen, die Nacktschnecken verschmähen. Zu den ungeliebten Gemüsesorten gehören Radieschen, Rettich, Spinat, Rote Bete, Tomaten, Sellerie, Schnittlauch, Zwiebeln, Petersilie und Endivien. Als Zierpflanzen eignen sich Lavendel, Büschelschön, alle Farne und Gräser sowie dickblättrige Pflanzen.
  • Weitere interessante Vorbeugungsmaßnahmen: Natürliche Schnecken bekämpfen