Wespen

Wenn im Sommer eine Wespe beim Sonntagsfrühstück im Honigschälchen sitzt, ist das nicht nur unangenehm, sondern kann für Allergiker lebensbedrohlich werden. Dabei sind nicht alle Wespen gleich, es gibt unterschiedliche Wespenarten.

Die zudringlichsten Insekten sind die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Weil sie riesige Völker mit bis zu 120.000 Tieren bilden, machen sie sich am häufigsten im Spätsommer auch über die menschliche Nahrung her. Wer gerne gemütlich draußen frühstücken möchte, fühlt sich natürlich zu recht gestört, wenn zahlreiche Insekten um das Marmeladenbrot schwirren.

Dabei sollten Sie nie vergessen werden, dass Wespen auch Tiere sind, die den Garten von zahlreichen Schädlingen befreien. Aus diesem Grund und weil viele Arten bereits vom Aussterben bedroht sind, ist das Wespen Bekämpfen in den meisten Regionen Deutschlands nicht erlaubt.

Wespen und Naturschutz

Wespen stehen unter Naturschutz. Wer ein Wespennest entfernen möchte, muss sich erst eine Genehmigung besorgen. Wer eigenmächtig handelt, muss mit erheblichen Geldstrafen rechnen. Wie Sie mit einem Wespennest umgehen und was Sie dagegen unternehmen können, erfahren Sie hier: Wespennest entfernen

Beim Naturschutz werden nicht alle Tiere über einen Kamm geschoren, sondern es wird zwischen stark gefährdeten und weniger stark gefährdeten Arten unterschieden. Weil der Laie aber selten einen Unterschied zwischen der deutschen Wespe und einer geschützten Wespenart, wie beispielsweise der Kreiselwespe erkennen kann, sollte er keines der Tiere quälen oder gar töten.

Wer dem Naturschutz zuwider handelt, wird mit Geldstrafen bis 50.000 Euro belegt!

Wespen

Wespen im Winter

Wespen überwintern nicht, sondern sie sterben im Spätherbst. Während die Wespenkönigin im Frühling und im Sommer ein Hormon produziert, das bewirkt, dass sie nur unfruchtbare Eier legt, aus denen die Arbeiterwespen schlüpfen, hört diese Hormonproduktion im Spätsommer auf:

  • Dann legt die Wespenkönigin fruchtbare Eier, aus denen entweder Drohnen (männliche Wespen) oder Jungköniginnen schlüpfen.
  • Sobald diese Insekten stark genug sind, verlassen sie das Nest.
  • Die Drohnen befruchten Wespen eines anderen Wespenstammes und sterben anschließend.
  • Die Jungköniginnen lassen sich von fremden Drohnen befruchten und suchen sich anschließend Hohlräume in Baumstämmen oder Dachbalken zur Überwinterung.

Die Jungköniginnen sind die einzigen Wespen, die den Winter lebend überstehen. Im Frühjahr bauen sie ein neues Nest und gründen einen neuen Wespenstamm. Ins alte Wespennest kehren sie niemals zurück. Es bleibt von den Wespen für immer verlassen. Deswegen darf das leere Wespennest im Winter entfernt werden.

Wespenplage, was tun?

Wer das Wespen Vertreiben vermeiden will, der sollte vorbeugen, dass es gar nicht erst zu einer Wespenplage kommt. Werden die Tiere nicht angelockt und befindet sich kein Nest in der Nähe, verirren sich höchstens vereinzelte Insekteion bei ihrer Futtersuche auf Balkon oder Terrasse.

  1. Deswegen ist es immer sinnvoll, im Frühjahr und im Sommer beim Essen im Freien Nahrungsmittel und Getränke abzudecken.
  2. Erwachsene Wespen ernähren sich in der Regel von Süßem.
  3. Kurzkopfwespen lieben süße Getränke, wie Limonade oder Fruchtsäfte und machen auch vor Bier nicht halt.
  4. Langkopfwespen bevorzugen Obst.
  5. Ihre Brut füttern die schwarz-gelb gestreiften Insekten mit tierischem Eiweiß, weswegen sie auch oft auf gekochtem Schinken oder auf dem Grillfleisch zu finden sind.

All diese von den Tieren bevorzugten Lebensmittel sollten Sie in der warmen Jahreszeit nicht unbedeckt im Freien stehen lassen. Außerdem sollten Sie beim Kaffeekränzchen stets darauf achten, Kleinkindern sofort nach dem Genuss der Süßspeise den Mund abzuwischen.

Effektive Wespenbekämpfung

Zur Wespenbekämpfung gibt es unterschiedliche Mittel:

  • Pflanzen: Eine natürliche Bekämpfung der Raubinsekten findet mithilfe von Pflanzen statt. Es gibt zahlreiche Gewächse, wie beispielsweise Tomaten, deren Geruch die Tiere verabscheuen. Wer in der Nähe seiner Terrasse oder auf dem Balkon Tomatenpflanzen zieht, wird also wesentlich weniger häufig von den stechenden Insekten belästigt.
  • Hausmittel: Auch verschiedene Hausmittel können beim Kampf gegen Wespen zum Einsatz kommen. Beispielsweise soll es helfen Kupfermünzen aneinander zu reiben und sie anschließend auf den Tisch neben den Teller zu legen. Weil die Tiere den ausströmenden Kupfergeruch nicht mögen, blasen sie zum Rückzug. Weitere Infos: Hausmittel gegen Wespen
  • Mittel gegen Wespen: Last but not least werden im Fachhandel ebenfalls mehr oder weniger giftige Mittel angeboten. Die Wespenfalle, die im Freien aufgestellt wird und der Wespenschaum, mit dem das Wespennest unterm Dach eingesprüht wird, töten die Tiere. Giftfreies Wespenspray schlägt sie lediglich in die Flucht. Wespenfallen können Sie aber auch selber bauen. Wie, erfahren Sie hier: Wespenfalle selbst gemacht

Weitere ausführliche Tipps zur Wespenbekämpfung: Wespen vertreiben

Bevor Sie sich an den unter Naturschutz stehenden Tieren vergreifen, sollten Sie stets daran denken, dass Wespen von Nutzen sind. Sie fressen Pflanzenschädlinge, wie Blattläuse und sie dienen zahlreichen Vogelarten als Nahrung.