Wühlmausfalle

Auch bei der Wühlmausbekämpfung ist Wühlmausfalle nicht gleich Wühlmausfalle. Es kann sowohl mit Lebendfallen operiert werden, als auch mit Fallen, in denen das Tier zu Tode kommt. Auch wenn alle Hersteller versichern, dass in den einschlägigen Todesfallen die Wühlmäuse nicht leiden müssen, sollte aus Tierschutzgründen auf Lebendfallen zurückgegriffen werden.

Das hat den weiteren Vorteil, dass durch entsprechendes Beködern das Töten oder Einfangen eines Maulwurfs vermieden wird. Als typische Wühlmausköder gelten frische Selleriestückchen, geschälte Karottenscheiben oder Apfelschnitze. Auch gegen kleine Topinamburstücke haben Wühlmäuse nichts einzuwenden.

Wühlmausfallen

Im Handel sind die unterschiedlichsten Fallen für Wühlmäuse erhältlich. Das beginnt bei der einfachen Zangenfalle und endet bei der Schussfalle. Da aber die Selbstschussanlage gänzlich der deutschen Vergangenheit angehört, wird auf die nähere Beschreibung dieser Falle verzichtet.

  • Die Zangenfalle funktioniert ebenso wie die bayerische oder die badische Drahtfalle mithilfe eines Köders, der aufgesteckt wird. Dann wird die Feder gespannt und die Wühlmausfalle wird möglichst tief in den Gang geschoben. Zusätzlich wird mit einem Stock fixiert. Während die Drahtfallen nur aus einer Richtung fangen können (es müssen also pro Fangstelle zwei Fallen aufgebaut werden), fängt die Zangenfalle nach beiden Richtungen.
  • Eine weitere Art sind die Schlagfallen. Auch sie vernichten Wühlmäuse. Dabei handelt es sich um Kunststoffkästen mit federgespannten Schlagbügeln. Sie müssen beködert werden und fangen ebenfalls nur in einer Richtung.
  • Die Todesfalle Topcat besteht aus einer Edelstahlröhre, die passgenau von oben in den Wühlmausgang eingeführt wird. Sie fängt in beide Richtungen und wird nicht beködert. Sobald die Wühlmaus einen Querdraht berührt, wird der Schlagbolzen ausgelöst.
  • Als Lebendfalle ist die Kastenfalle im Handel. Sie wird verbotenerweise auch als Maulwurffalle eingesetzt und fängt nur in einer Richtung.

Wühlmaus

Wühlmausfalle Anleitung

Sie können eine Wühlmausfalle nach folgender Anleitung selber bauen. Benötigt werden:

  1. ein Kunststoffrohr in der Dicke des Wühlmausganges
  2. ein Holzkasten mit Deckel, der von außen verriegelt werden kann
  3. ein rundes Stück Kunststoff im Durchmesser des Rohres
  4. Werkzeug
  5. Wühlmausköder (Karotte, Sellerie, Apfel)

Kastenfalle - so wird’s gemacht: An einem Ende des Rohres bringen Sie das zurecht geschnittene Kunststoffstück so an, dass eine Klappe entsteht, die sich nur nach innen öffnen lässt. Das heißt, wenn die Maus durch die Klappe das Rohr betritt, gibt es kein Zurück mehr.

In den Holzkasten müssen Sie dann ein rundes Loch im Durchmesser des Kunststoffrohres bohren. Dann schieben Sie das Rohr mit dem offenen Ende ins Loch. Der Holzkasten bekommt noch ein paar Luftlöcher, damit die Wühlmaus in Gefangenschaft nicht erstickt und schon können Sie die Kastenfalle mit frischen Selleriewürfelchen bestückt aufstellen.

Wühlmausfalle richtig aufstellen

Nicht nur beim Bauen, sondern auch beim Aufstellen sollte einiges beachtet werden:

  • Damit das Tier in den Kasten läuft, müssen Sie zunächst den Wühlmausgang finden. Dazu stechen Sie mit einem Stab im Abstand von fünf Zentimetern circa 15 Zentimeter tief in den Boden. Wenn der Widerstand ruckartig nachgibt, befindet sich der Stab im Mäusegang.
  • Dann können Sie graben. Sie sollten circa 30 Zentimeter des Ganges freilegen. Mit einem Stock können Sie kontrollieren, ob der Wühlmausgang auch nach der Öffnung gerade weiterläuft und keine Kurve macht, denn nur dann ist das Aufstellen einer Wühlmausfalle von Erfolg gekrönt.
  • Anschließend setzen Sie die Wühlmausfalle auf den freigelegten Boden des Mäuseganges mit der Öffnung in den Gang zeigend. Auf der anderen Seite des Wühlmausganges müssen Sie ebenfalls eine Wühlmausfalle aufstellen, da Sie nicht wissen können, aus welcher Richtung die Maus kommt.
  • Um die lichtempfindliche Wühlmaus nicht vorzuwarnen, verschließen Sie die freigelegte Stelle mit einem schwarzen Eimer.

Damit Wühlmäuse in Gefangenschaft nicht allzu lange leiden müssen, sollten Sie die Wühlmausfalle stündlich kontrollieren.

Tipps für die Wühlmausfalle

  1. Sie sollten die Wühlmausfalle nicht mit bloßen Händen anfassen, sondern Handschuhe tragen. Wühlmäuse sind sehr geruchsempfindlich.
  2. Vor dem Einsatz reiben Sie die Falle mit Erde ab. Falls eine gekaufte Edelstahlfalle mit einem Ölfilm überzogen ist, müssen Sie diesen vor Gebrauch abwaschen. Anschließend erhält auch die Edelstahlfalle durch das Einreiben mit Erde einen natürlichen Geruch.
  3. Berühren Sie eingefangene Wühlmäuse nur mit Handschuhen. Die Tiere können Krankheiten übertragen.
  4. Tragen Sie beim Säubern und Wiederpräparieren einer erfolgreich benutzten Wühlmausfalle Handschuhe und Mundschutz. Viren können durch pulverisierten Kot der Maus über die Atemwege in den menschlichen Körper gelangen.
  5. Setzen Sie eingefangene Wühlmäuse circa 1,5 Kilometer vom eigenen Garten entfernt aus.
  6. Da die Wühlmauspopulation ein relativ großes Gebiet beansprucht, sind für einen 500 Quadratmeter großen Garten circa 20 Fallen notwendig.

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