Ameisen bekämpfen

Ameisen sind nützliche Tiere. Dennoch können sie sich im Haus und auch im Garten zu einer regelrechten Plage ausweiten. Wenn die kleinen Insekten über Ihre Bettdecke krabbeln oder wenn Ihre Kinder im Garten nicht mehr spielen können, ohne über Ameisenbisse zu klagen, besteht Handlungsbedarf. Um der Invasion Herr zu werden, stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten offen. Am schnellsten und effektivsten funktioniert die Anwendung chemischer Mittel, wie Ameisengift oder Ameisenköder. Allerdings rotten Sie damit die Kerbtiere rigoros aus und belasten außerdem die Umwelt.

Möchten Sie die ungebetenen Gäste auf umweltschonende Weise loswerden, können Sie auf natürliche Fressfeinde setzen oder zum altbewährten Hausmittel greifen. Und wenn Sie den Ameisen auch ein Recht auf Leben zugestehen, vertreiben Sie die kleinen Plagegeister mit diversen Duftnoten oder siedeln die Tiere um. Am besten ist es natürlich, wenn es gar nicht erst zur Ameisenplage kommt. Denn in vielen Fällen hätte sich die Belästigung durch ein paar einfache aber wirksame vorbeugende Maßnahmen vermeiden lassen.

Natürliche Ameisenbekämpfung

Im Garten bieten sich unterschiedliche Methoden zur natürlichen Ameisenbekämpfung an:

Ameisen umsiedeln: Sie können die kleinen Kerbtiere zusammen mit ihrem Nest umsiedeln. Entweder suchen Sie dazu einen günstigeren Platz im eigenen Garten, an dem die Krabbler nicht stören. Oder Sie verbringen die Tiere an einen Waldrand oder auf eine Wiese, wo sie sich ebenfalls wohlfühlen und ausreichend Nahrung finden können. Wie Sie das am besten anstellen können Sie auf der Seite Ameisenhaufen umsiedeln nachlesen. Vorteile: Ameisen und Umwelt nehmen keinen Schaden. Nachteil: Sie müssen ein bisschen Zeit und Arbeit investieren.

Fressfeinde: Sie setzen auf Fressfeinde. Es gibt viele Tiere, die sich von Ameisen ernähren. Dazu gehören: Vögel, wie der Grün-, der Bunt- und der Schwarzspecht. Aber auch diverse Amphibien, Spinnen, Käfer, Tausendfüßler und andere Insekten fressen Ameisen. Da Sie wahrscheinlich kaum absichtlich anderes Krabbelgetier in Ihrem Garten ansiedeln möchten, eignen sich die Vögel als Verbündete im Kampf gegen die Plagegeister am besten.

Damit sich der Specht bei Ihnen heimisch fühlt, sollten Sie ihn im Winter füttern. Spechte hängen sich gerne kopfüber an Meisenknödel. Und weil Nüsse bei Bunt- und Grünspecht ebenfalls auf dem Speisezettel stehen, sollten Sie immer ein paar Nüsse oder Samen ins Vogelhäuschen legen. Für die Brut im Frühjahr bevorzugt der Specht alte, kranke Bäume.

Fällen Sie diese Bäume nicht, kann sich der ameisenfressende Vogel dort eine Höhle selber bauen. Alternativ können Sie versuchen, den Specht mit einem speziellen Nistkasten (gibt es im Internet) zum Bleiben anzuregen. Vorteil der Fressfeinde: Die Methode ist umweltfreundlich und hilft außerdem anderen Tieren beim Überleben. Nachteil: Die natürlichen Fressfeinde werden die Ameisen nicht ausrotten, sondern nur dezimieren.

Hausmittel: Die Verwendung von Hausmitteln ist ebenfalls ein natürlicher Weg, gegen Ameisen vorzugehen. Dabei fügen Sie den Insekten keinen Schaden zu, sondern bewegen die kleinen Krabbler lediglich, freiwillig das Feld zu räumen. Von Vorteil ist bei dieser Alternative, dass weder die Umwelt, noch irgendein Lebewesen zu Schaden kommt. Nachteil: Die kleinen Tiere werden zwar die Flucht ergreifen, sich aber nicht weit vom Ausgangspunkt ein neues Nest bauen.

Auch im Haus können Sie auf natürliche Mittel setzen, um die Ameisen in Schach zu halten:

  • Um die Tiere auf natürliche Weise aus dem Haus zu treiben, suchen Sie zuerst, wo und auf welche Weise die Insekten in Ihre Vier Wände gelangen.
  • Anschließend verstopfen Sie alle Öffnungen, über die sich die Ameisen Zutritt verschaffen können. Achten Sie dabei besonders, auf Risse im Mauerwerk, Schlitze unter der Türe oder auch auf Ritze im Fensterrahmen.
  • Um Löcher zu verschließen, eignen sich Zement, Gips und Silikon. Materialien wie Holzwolle, Papier oder Stroh werden von den Ameisen mühelos durchgebissen.

Ameisen im Garten

Ameisen im Garten bekämpfen

Im Garten haben die ungebetenen Gäste zahlreiche Möglichkeiten ihre Nester zu bauen. Sie graben sich unter den Rasen oder finden unterhalb von Pflanzen in der Erde Unterschlupf. Sie halten sich in altem Holz auf und sie lieben Mauerritzen oder den Kompost. Selbstverständlich ist es nicht möglich, alle Zufluchtsorte für Ameisen unzugänglich zu machen. So bleibt nur die Möglichkeit, störende Ameisennester umzusiedeln, die Ameisen zu vertreiben oder sie zu töten.

Um die Insekten zu eliminieren, müssen Sie die Königin töten. Denn stirbt die Ameisenkönigin, wird der ganze Staat ausgerottet. Dabei gilt es zu bedenken, dass manche Staaten mehrere Königinnen haben. Weil sich Königinnen immer im Nest aufhalten, suchen Sie zuerst nach dem Nest.

Haben Sie das Ameisennest gefunden, können Sie folgendermaßen vorgehen:

  1. Wohnen die Tiere in altem Holz oder im Kompost, können Sie entweder Holz und Kompost entfernen, oder im Holz Fressfeinde der Ameisen ansiedeln.
  2. Leben die Insekten in Mauerritzen, sollten Sie versuchen die Schlitze zu schließen. Allerdings ist es notwendig, sich nicht nur um die Ritze zu kümmern, in die Sie die Ameisen gerade hineinlaufen sehen. Um die Königin auszuhungern und somit den Staat zu vernichten, müssen Sie möglichst alle Schlitze in der Mauer verschließen.
  3. Bei Ameisen, die unter der Erde ihr Nest gebaut haben, können Sie den Bau der Tiere mehrmals täglich mit kochendem Wasser begießen. Erwischen Sie dabei die Königin, hat das automatisch die Ausrottung des Stammes zur Folge. Gelingt Ihnen das nicht, kann es sein, dass sich die ungebetenen Gäste durch Ihre Aktion so gestört fühlen, dass sie das Weite suchen. Achtung: Diese Methode eignet sich nicht unmittelbar neben Pflanzen, da Sie mit dem kochenden Wasser die feinen Pflanzenwürzeln zerstören.
  4. Liegt das Ameisennest in der Nähe von Pflanzen, können Sie Ihren Garten durch das Setzen von Lavendel oder Majoran ergänzen. Die kleinen Kerbtiere mögen den Geruch nicht und werden sich verziehen.
  5. Weitere Informationen und Ideen zum Vergraulen der Hautflügler finden Sie hier: Ameisen im Garten und im Rasen vertreiben

Ameisen im Haus bekämpfen

Leben mit Ihnen Kinder im Haushalt oder sind Sie ein passionierter Hunde- oder Katzenfreund, sollten Sie die Gesundheit Ihrer Lieben nicht durch die Anwendung chemischer Mittel aufs Spiel setzen. Aber auch umweltbewusste Paare oder Singles greifen besser zum Hausmittel, als durch Insektizide - denn etwas anderes ist Ameisengift ja nicht - der Umwelt zu schaden.

Backpulver oder Backhefe gegen Ameisen: Sie können in zahlreichen Foren lesen, dass Backhefe oder Backpulver sich als effektives Hausmittel gegen die Plagegeister einsetzen lässt. Das stimmt jedoch so nicht. Weder die Backhefe noch kaliumhydrogenkarbonat-haltiges Backpulver schaden Ameisen. Hefe können Sie keinesfalls zum Töten der Insekten verwenden und beim Backpulver müssen Sie die Inhaltsstoffe kennen. Nur Backtriebmittel, die Natron enthalten, eignen sich, um den Plagegeistern den Garaus zu machen.

  • Zur Anwendung von Natron oder natronhaltigem Backpulver mischen Sie das Backtriebmittel im Verhältnis 1:1 mit Puderzucker.
  • Streuen Sie das fertige Hausmittel auf die Ameisenstraße, lockt der Zucker die Hautflügler an. Die Ameisen fressen gleichzeitig mit dem Puderzucker auch das für sie tödliche Backtriebmittel und verenden.
  • Weitere Informationen finden Sie hier: Backpulver gegen Ameisen
  • Wer Borax im Haus hat, kann es anstatt des Natrons im gleichen Verhältnis mit Zucker mischen und sich auf diese Weise die Ameisen vom Hals schaffen.

Zimt gegen Ameisen: Sind Sie ein wahrer Tierfreund, möchten Sie natürlich auch die Ameisen in Ihrem Zuhause nicht töten. Dann können Sie versuchen die ungeliebten Mitbewohner durch den Einsatz natürlicher Mittel zum Rückzug zu bewegen. Bestreuen Sie die Ameisenstraße mit Zimt, werden die kleinen Kerbtiere einerseits irritiert, da das starke Aroma von Kaneel ihren Orientierungssinn beeinträchtig. Andererseits mögen sie diesen Geruch nicht. Sie werden als freiwillig die ungastliche Stätte verlassen. Da der Zimtduft schnell verfliegt, sollten Sie diese Prozedur nach wenigen Tagen wiederholen.

Weitere Infos, wie Sie Ihre Vier Wände von den Insekten befreien, finden Sie hier:

Ameisenköder oder Ameisengift?

Wenn Sie sich im Fachhandel nach einem geeigneten Mittel zur Bekämpfung von Ameisen umsehen, können Sie wählen, zwischen Ameisengift und Ameisenködern.

Ameisenköder: Da die Insekten, wie wir Menschen auch, bestimmte Vorlieben haben, lässt sich nicht jeder Ameisenstamm vom gleichen Köder anlocken. Je nach Ameisenart ist ein anderes Lockmittel notwendig. Weil auch den Herstellern von Ameisenködern dieser Umstand bekannt ist, stellen Sie die Köder in unterschiedlichen Zusammensetzungen her.

Haben Sie Ameisenköder erworben, die Ihre Ameisen so gar nicht anlocken können, sollten Sie ein ähnliches Präparat von einem anderen Hersteller ausprobieren. In der Regel klappt es schon beim zweiten Anlauf und die Tiere krabbeln neugierig in die Köderdose und fressen das enthaltene Gift. Wundern Sie sich nicht, dass Sie anfänglich trotzdem noch ein paar Tiere krabbeln sehen. Denn erst wenn der giftige Ameisenköder auch an die Königin im Nest verfüttert wurde, ist der Ameisenstamm ausgerottet.

Ameisengift: Die effektivere und zuverlässigere, aber auch etwas teurere Methode im Kampf gegen Ameisen ist Ameisengift. Sie können es im Fachhandel als Gel, Spray, Gieß- und Streupulver oder Granulat erwerben.

  1. Das Insektizid-Spray verdankt seine Effizienz unter anderem der Langzeitwirkung. Einmal aufgesprüht, ist die bearbeitete Fläche circa sechs Wochen lang ameisensicher.
  2. Gieß- und Streumittel wirken in der Regel sowohl als Fress-, wie auch als Berührungsgift. Da die Tiere nicht sofort sterben, ist gewährleistet, dass das Gift ins Nest getragen und auch an die Ameisenkönigin verfüttert wird.

Achtung: Lesen Sie vor der Anwendung eines Insektizids unbedingt die beigefügte Gebrauchsanweisung gut durch und halten Sie sich an alle Ratschläge, die Ihnen dort gegeben werden. Bedenken Sie beim Einsatz von Ameisengift außerdem, dass ein zuverlässiges Gift nicht nur die Ameisen vernichtet, sondern häufig auch anderen Insekten den Garaus macht. Das können Sie schon auf den Verpackungen lesen, wenn nicht nur ein Verwendungszweck angegeben ist.

Außerdem schaden Insektizide auch allen anderen Tieren, einschließlich der Säugetiere. Und da auch der Mensch zu den Säugetieren zählt, ist der Einsatz von Ameisengift niemals ungefährlich. Hinzukommt die Umweltbelastung. Denn schließlich verpufft ein angewendetes Ameisenspray nicht einfach in der Luft, sondern regnet irgendwo wieder herab. Das Granulat und dass Gießmittel werden nicht im Boden abgebaut, sondern können ins Grundwasser gelangen oder werden von gepflanztem Obst und Gemüse aufgenommen.

Da Sie gar nicht vorhersehen können, welchen Schaden das Ameisengift anrichtet, sollten Sie von der Verwendung besser Abstand nehmen. Es ist ungefährlich und umweltfreundlich, wenn Sie die Ameisen auf natürlichem Weg mit Hausmitteln bekämpfen. Auch wenn die natürlichen Alternativen meist etwas langwieriger sind und nicht immer sofort der gewünschte Erfolg eintritt, leisten Sie sich Ihren Lieben und der Umwelt einen guten Dienst, wenn Sie auf Gift verzichten.

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