Ameisen im Garten und Rasen

Da Ameisen in der freien Natur keinen Schaden anrichten, sondern im Gegenteil, das Gleichgewicht aufrecht erhalten, sollten wir sie nicht als Schädlinge bezeichnen. Die Insekten ernähren sich überwiegend von Aas und halten somit Wald und Wiese sauber. Gleichzeitig düngen sie den Boden und lockern ihn auf, was zu einem besseren Pflanzenwuchs beiträgt. Und weil all diese positiven Auswirkungen nicht nur für Wald und Flur gelten, sondern auch für den heimischen Garten, sollten wir uns eigentlich freuen, wenn sich die Hautflügler bei uns niederlassen.

Leider hat die Anwesenheit der kleinen Kerbtiere jedoch einen Haken. Viele Ameisen sind Allesfresser und halten sich nicht immer an ihre gewohnte Nahrung. Haben sich die Tiere in unserem Garten niedergelassen, machen sie auch vor menschlichen Lebensmitteln nicht halt. Sie bedienen sich während der Grillparty an Fleisch und Wurst. Oder sie laufen während des Kaffeekränzchens auf der Terrasse über den Tisch, um sich kleine Krümel vom süßen Gebäck zu schnappen. Und damit ist es noch nicht genug, auch einen Mittagsschlaf auf dem Rasen können uns die Plagegeister durch Zwicken und Beißen verleiden.

Ameisen im Garten

Ameisen im Garten sind nicht per se negativ zu beurteilen und zu verdammen. Tiere, wie die rote Ameise ernähren sich als Allesfresser nicht nur von Aas, sondern vertilgen auch Schädlinge, wie Raupen und Spinnen. In dieser Hinsicht muss die Anwesenheit von Ameisen im Garten positiv bewertet werden. Andererseits fressen sie auch Honigtau, eine Ausscheidung der Blattläuse.

Um möglichst problemlos an ihr Nahrungsmittel zu gelangen, haben sich einige Arten auf die Zucht der Blattläuse spezialisiert. Das ist ein Umstand, der bei Gärtnern natürlich nicht auf Begeisterung stößt. Denn schließlich schaden die Blattläuse den Pflanzen erheblich. Wer eine Ameisenstraße in seinem Garten entdeckt, beäugt sie also zu Recht mit Skepsis.

Dennoch sollten Sie nicht sofort überlegen, wie Sie die Insekten am besten eliminieren könnten. Versuchen Sie vielmehr, die Ursache für die Anwesenheit der kleinen Plagegeister zu ergründen. Denn oftmals ist Ihnen mehr gedient, wenn Sie den Grund für den Ameisenbefall ausmerzen, als wenn Sie die Tiere selber bekämpfen.

  • Wenn Sie beim Verfolgen einer Ameisenstraße feststellen, dass die Kerbtiere von Blattläusen leben, ist es wenig sinnvoll die Ameisen zu bekämpfen. Denn dadurch dezimieren Sie die Blattläuse nicht. Gelingt es Ihnen jedoch, die Läuse auszulöschen, erledigt sich das Ameisenproblem von alleine. Da sich Blattläuse nur auf kranken Pflanzen niederlassen, ist diese Aufgabe nicht einfach. Sie müssen sich sowohl um das Eliminieren der Läuse kümmern, wie auch am Wohlergehen der Pflanze arbeiten. Lesen Sie hierzu: Blattläuse bekämpfen
  • Bemerken Sie plötzlich eine große Anzahl fliegender Ameisen in Ihrem Garten, muss Sie das zunächst nicht beunruhigen. Denn, wenn die kleinen Krabbler fliegen, befinden sie sich auf dem Hochzeitsflug. Dieser Spuk ist nach wenigen Tagen vorbei. Kurz nach der Paarung sterben die Männchen und werden von den Weibchen als Futter ins Nest getragen. Es bleiben also nicht einmal die toten Kadaver in Ihrem Outdoor-Bereich liegen. Weil aber die fliegenden Insekten vom Licht angezogen werden, passiert es nicht selten, dass sie sich ins Haus verirren. Dann sollten Sie aufpassen, dass sich die Hautflügler nicht in Ihren Vier Wänden ansiedeln und durch das Aussenden von Duftstoffen die Artgenossen anlocken. Informieren Sie sich dazu hier: fliegende Ameisen im Haus

  • Konnten Sie die fliegenden Ameisen erfolgreich davon abhalten, Ihr Heim zu besiedeln, kann es dennoch passieren, dass sich die begattete Königin in Ihrem Garten niederlässt und dort einen neuen Staat gründet. Ist das der Fall, sollten Sie sich auf die Suche nach dem Ameisennest begeben. Sie haben dann die Möglichkeit entweder die Tiere umzusiedeln, an eine Stelle Ihres Gartens, wo sie nicht stören. Oder Sie bekämpfen die Hautflügler rigoros. Geeignete Hausmittel zur Beseitigung von Ameisen sind kochendes Wasser, natronhaltiges Backpulver oder Natron. Eine Anleitung finden Sie hier: Backpulver gegen Ameisen

Ameisen im Garten

Ameisen im Rasen

Leben die Ameisen in Ihrem Rasen, birgt das einige Nachteile. Nicht nur, dass die lästigen Insekten an Ihren Beinen hochkrabbeln und Sie kitzeln. Um ihr Nest zu schützen, werfen die Tiere kleine, störende Erdhügel auf. Außerdem fressen sie die Graswurzeln an und tragen somit zur Zerstörung Ihres angelegten Rasens bei. Beim Mittagsschläfchen auf dem Rasen werden Sie in Arme und Beine gezwickt und mit ihren Gängen unterhöhlen die Ameisen obendrein den Gartenweg.

Um den negativen Auswirkungen der Kerbtiere Einhalt zu gebieten, können Sie gegen die Ameisen im Rasen auf unterschiedliche Weise vorgehen:

  1. Legen Sie Fressköder aus. Die Köder können Sie im Fachhandel erwerben. Die Ameisen werden die Fraßköder nicht nur an Ort und Stelle fressen, sondern zusätzlich als Futter ins Nest tragen. Auf diese Weise erwischen Sie alle Tiere und der Spuk hat bald ein Ende.
  2. Auch mit Spritzmitteln lassen sich Ameisen beseitigen. Allerdings handelt es sich bei den Ameisenvertilgern zum Sprühen um chemische Substanzen, die nicht nur für die Insekten giftig sind. Sie wirken sich auch negativ auf die Gesundheit von Menschen und anderen Tieren aus und sie schaden der Umwelt.
  3. Eine weitere Alternative, die Tiere aus dem Garten wieder loszuwerden, bietet der Einsatz von natürlichen Mitteln. Sie können versuchen, Fraßfeinde in Ihren Garten zu locken. Oder Sie vertreiben die kleinen Insekten mithilfe von Hausmitteln.
  4. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier: Ameisen im Garten bekämpfen

Sind Sie Haustierhalter oder leben Kleinkinder in Ihrem Haushalt, sollten Sie unbedingt auf die Verwendung von Ameisengift verzichten. Da es sich bei den Ameisen nicht um Schädlinge für Ihre Gesundheit handelt, sollten Sie nicht unnötig Ihre Lieben in Gefahr bringen. Wählen Sie stattdessen eine Variante, bei der Sie die Tiere mit natürlichen Mitteln bekämpfen. Möchten Sie die Ameisen nicht töten, haben Sie außerdem die Möglichkeit, sie zu vertreiben oder umzusiedeln.

Sie können schon beim Anlegen Ihres Gartenwegs einer Unterhöhlung durch die kleinen Insekten vorbeugen. Geben Sie nämlich Splitt statt Sand unter die Steinfliesen, müssen Sie nicht mit Ameisengängen unter dem fertigen Weg rechnen. Da die einzelnen Körnchen des Splitts zu groß sind, werden sie von den Tieren nicht zum Nestbau genutzt. Ihr Gartenweg bleibt unbeschädigt.

Ameisenhaufen umsiedeln

Ganz so einfach, wie es sich anhört, ist eine Umsiedlung der Ameisen nicht. Denn nur, wenn Sie einen passenden, neuen Platz für das Nest haben, können Sie die Tiere erfolgreich umquartieren. Für die Evakuierung gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Als Übergangsheim, mit dem sich der Ameisenhaufen transportieren lässt, wählen Sie einen ausreichend großen Blumentopf aus Ton.
  • Befüllen Sie den Tontopf mit Stroh und/oder Holzwolle, damit die Insekten das Ersatzheim weich und gemütlich finden.
  • Dann stülpen Sie den ausgekleideten Blumentopf über den Ameisenhaufen.
  • Bis sich die Ameisen im Blumentopf heimisch niedergelassen haben, dauert es ein paar Tage. Stören Sie währendessen die Tiere nicht.
  • Haben die ungebetenen Gartengäste den Blumentopf akzeptiert und sind eingezogen, schieben Sie vorsichtig einen Spaten unter den Topf und
  • heben das mit Insekten gefüllte Übergangsheim an.
  • Nun können Sie das Ameisennest mühelos an eine geeignete Stelle in Ihrem Garten tragen und ausleeren.

Möchten Sie die Ameisen vollständig aus Ihrem Garten verbannen, sollten Sie als neuen Platz für das Nest weder die Gartengrenze noch des Nachbars Garten auswählen. Stattdessen verladen Sie die Ameisen in Ihrem Ersatzheim ins Auto und fahren an einen Waldrand oder zu einer Wiese. Denn dort sollten es die Insekten bei der Nahrungssuche nicht allzu schwer haben. Um den mit Ameisen gefüllten Blumentopf zu transportieren, geben Sie ihn in einen verschlossenen Behälter.

Legen Sie zusätzlich den Kofferraum Ihres Wagens mit Plastikfolie aus. Sind Sie am Zielort angekommen, nehmen Sie zuerst den Behälter aus dem Wagen und stellen ihn im Freien auf. Dann schieben Sie wieder eine Schaufel unter den Blumentopf und verbringen das Ameisennest auf diese Weise an seinen Bestimmungsort. Haben sich durch eine Unvorsichtigkeit ein paar Tiere auf die Plastikfolie in Ihrem Kofferraum verirrt, können Sie die Folie zusätzlich an der gleichen Stelle ausschleudern. Dann ist das Werk vollbracht.

Ameisen vertreiben

Fühlen sich die kleinen Krabbler erst einmal in Ihrem Garten heimisch, ist es gar nicht so einfach, sie zu vergraulen. Wichtig ist nämlich nicht nur, dass Sie den Ameisen den angestammten Platz madig machen, sondern auch, dass Sie die Tiere für ein adäquates Ersatzdomizil begeistern können. Bedenken Sie immer, dass sich das Ersatzdomizil der Ameisen in der Regel nicht allzu weit vom Ausgangsort entfernt, befinden wird. Die Insekten werden sich entweder in einen anderen Bereich Ihres Gartens zurückziehen, oder in Nachbars Garten wiederfinden.

Es stehen Ihnen verschiedene Methoden zur Verfügung, um die ungebetenen Gäste zum freiwilligen Umzug zu bewegen:

  1. Brennnesseljauche: Die natürlichste und somit umweltfreundlichste Methode zum Vertreiben der Ameisen besteht in der Anwendung von Hausmitteln. Da sich die Tiere an Gerüchen orientieren, reagieren sie äußerst empfindlich, wenn ihr Geruchssinn durch starke Aromen gestört wird. Wer schon einmal Brennnesseljauche angesetzt hat, weiß, wie stark die Flüssigkeit riecht. Bringen Sie die Jauche um Ihre Pflanzen aus, werden die kleinen Insekten in Windeseile das Feld räumen. Gleichzeitig tun Sie Ihren Pflanzen mit der Brennnesseljauche Gutes, denn sie wirkt als Düngemittel.
  2. Zimt: Eine zumindest für die menschliche Nase angenehmere Alternative bietet Zimt. Das aromareiche Weihnachtsgewürz verunsichert nämlich die Ameisennase so sehr, dass die Tiere ebenfalls freiwillig das Weite suchen. Sie müssen dazu lediglich die Ameisenstraße vollständig mit Zimt bestreuen. Klappt der Versuch, die Ameisen auf diese Weise zu vertreiben nicht sofort, sollten Sie das Gewürzpulver nach ein paar Stunden erneut aufbringen. Denn in der freien Natur verfliegt der Zimtgeruch rasch.
  3. Heißes Wasser: Als eine etwas rauere jedoch ebenfalls effektive Methode hat sich das Vergraulen der Ameisen mit Wasser erwiesen. Gießen Sie täglich einen Liter heißes Wasser über das Ameisennest. Dieser Tortur, die übrigens viele der kleinen Kerbtiere mit dem Tode bezahlen, hält kein Ameisenvolk lange stand. Bei regelmäßiger Anwendung werden die Insekten schon nach kurzer Zeit den Standort für ihr Nest wechseln.
  4. Weitere ausführliche Informationen und Anleitungen zur natürlichen Bekämpfung finden Sie auf der Seite Hausmittel gegen Ameisen