Mittel gegen Blattläuse

Sicherlich haben Sie schon bemerkt, dass nicht alle Pflanzen von Blattläusen befallen werden. Ganz im Gegenteil, es gibt sogar Gewächse, um die die kleinen Insekten einen regelrechten Bogen machen. Weil Pflanzen wie Knoblauch, Lavendel oder Bohnenkraut ein Aroma verströmen, das den saugenden Pflanzenschädlingen zuwider ist, eignen sie sich hervorragend, um gegen eine Blattlausplage vorzubeugen. Zwischen Ihre Zier- und Nutzpflanzen gesetzt, halten sie die Sauginsekten fern.

Diese Maßnahme wirkt jedoch am besten, wenn sich noch keine oder erst sehr wenige Blattläuse niedergelassen haben. Doch auch, wenn Sie gegen eine ausgewachsene Blattlausplage ankämpfen müssen, stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Um genau zu sein, gibt es drei Alternativen, um den Schädlingen den Garaus zu machen. Die schnellste, aber auch umwelt- und gesundheitsschädlichste Variante, sind chemische Mittel.

Denn weil Blattläuse zu den Insekten gehören, lassen sie sich mit Insektiziden vernichten. Wesentlich naturfreundlicher ist es jedoch, die saugenden Insekten mithilfe ihrer biologischen Fressfeinde zu bekämpfen. Und am preisgünstigsten fahren Sie, wenn Sie in Ihrem Küchenschrank nach einem effektiven Hausmittel gegen Blattläuse suchen.

Chemische Mittel gegen Blattläuse

Haben Sie Ihre Zier- oder Nutzpflanzen mit Liebe hochgepäppelt und müssen dann zusehen, wie sich ein Heer von Blattläusen auf Stielen, Blättern und Trieben tummelt, sind Sie natürlich zu Recht enttäuscht. Weil aber gerade auf Rosen und Zimmerpflanzen Läuse häufig vorkommen, sollten Sie nicht verzweifeln. Es gibt immer eine Möglichkeit, um die Schädlinge loszuwerden.

Haben Sie schon etliches erfolglos ausprobiert, müssen Sie sich zwangsläufig für ein chemisches Mittel entscheiden. Denn die saugenden Insekten vermehren sich sehr rasch. Warten Sie zu lange, nimmt die Plage über Hand. Chemische Mittel wirken schnell und effektiv. Weil sie aber nicht nur die Insekten vernichten, sondern auch die Umwelt und die menschliche Gesundheit schädigen, sollten sie immer nur als letzter Ausweg zum Einsatz kommen.

Kaufen Sie nicht das erstbeste Mittel, das Ihnen im Fachhandel in die Finger kommt. Sondern informieren Sie sich zuerst, welcher Wirkstoff für Ihren Gebrauch in Frage kommt. Lassen Sie sich von einem Fachverkäufer beraten. Fragen Sie nach der Wirkungsweise und beachten Sie alle Vorsichtsregeln, die Ihnen der Profi mit auf den Weg gibt. Dass Sie die Gebrauchsanweisung genau durchlesen und exakt einhalten, versteht sich von selbst.

Spritzmittel gegen Blattläuse: Wenn Sie im Fachgeschäft vor dem Regal mit den Insektiziden stehen, werden Sie rasch feststellen, dass es nicht nur verschiedene Hersteller gibt. Auch die Art, wie das Mittel seinen Wirkstoff freisetzt, differiert. Am bekanntesten sind wahrscheinlich Blattlausgifte zum Spritzen. Spritzmittel für kleine Pflanzen erwerben Sie in der Sprühflasche oder als Spray. Müssen Sie große Gewächse behandeln, empfiehlt es sich, das chemische Mittel in der Flasche zu kaufen und genau nach Anleitung zu verdünnen. Im Garten werden die Mittel dann mithilfe eines Drucksprühers ausgebracht.

Stäbchen gegen Blattläuse: Möchten Sie Ihre Zimmerpflanzen chemisch behandeln, müssen Sie die Töpfe zum Einsprühen raus stellen. In geschlossenen Räumen sollten Sie Insektizide niemals anwenden. Alternativ können Sie mit Giftstäbchen arbeiten. Einige der Stäbchen enthalten nicht nur ein Insektizid, sondern wirken gleichzeitig düngend. Um Ihre Pflanzen nicht zu überdüngen, sollten Sie sich genau durchlesen, was die Stäbchen enthalten.

Zur Anwendung werden die Stäbchen in die Erde gesteckt. Dort geben sie ihre Wirkstoffe ab und können so über die Wurzeln von der Pflanze aufgenommen werden. Selbst versteckt sitzende Blattläuse werden sie beim Saugen des Pflanzensaftes aufnehmen und daran sterben. Auch wenn die Stäbchen sehr harmlos aussehen, dürfen Sie nicht vergessen, dass es sich um ein Insektizid handelt. Bewahren Sie sie vor Kindern und Haustieren unzugänglich auf.

Verwenden Sie sie nur für Zierpflanzen. Haben Sie Nutzpflanzen mit Stäbchen behandelt, dürfen die Früchte nicht mehr verzehrt werden. Halten Sie sich beim Einsatz von chemischen Mitteln gegen Blattläuse an die Gebrauchsanweisung und entsorgen Sie nicht entleerte Behälter über den Sondermüll. Insektizide dürfen nicht ins Grundwasser gelangen.

Blattläuse biologisch bekämpfen

Biologische Mittel gegen Blattläuse

Wer sich vor Augen führt, wieviele natürliche Fressfeinde Blattläuse haben, wundert sich nicht mehr, dass die saugenden Pflanzenschädlinge auf eine rasche Vermehrung angewiesen sind. Sowohl zahlreiche Käfer, wie auch Larven, Spinnen, Wanzen, Fliegen und Vögel haben die kleinen Insekten auf ihren Speisezetteln. Weil aber nicht jede Blattlausart gleich schmeckt, können Sie mit einem natürlichen Fressfeind auch immer nur bestimmte Läusearten bekämpfen.

Bevor Sie sich zum Einsatz des biologischen Mittels entschließen, müssen Sie sich stets über die Wirksamkeit informieren. Außerdem sollten Sie wissen, welche Art Pflanzenschädling Sie vernichten müssen. Haben Sie beides abgeklärt, erhalten Sie Fressfeinde gegen Blattläuse im Gartenshop. Damit die Fressfeinde möglichst lange zur Verfügung stehen, sollten Sie ihnen immer die notwendige Luftfeuchtigkeit und die entsprechenden Temperaturen bieten.

  • Marienkäfer: Der wohl bekannteste Feind der Blattläuse ist der Marienkäfer. Sie können ihn als ausgewachsenen Käfer oder im Larvenstadium erwerben. Wenn Sie den Glückskäfer bereits im Larvenstadium kaufen, vertilgt er mehr Blattläuse, denn auch die Larven sind sehr gefräßig und empfinden die saugenden, kleinen Insekten als ausgesprochene Leckerbissen. Lesen Sie zu diesem Thema auch den Bereich Blattläuse biologisch bekämpfen
  • Florfliegen können Sie sowohl als Eier, wie auch im Larvenstadium kaufen. Sie werden besonders gerne zur Bekämpfung der Blattläuse eingesetzt und heißen wegen ihrer Gefräßigkeit auch Blattlauslöwen. So ganz nebenbei vertilgen die Florfliegenlarven auch andere Schädlinge, was sie natürlich noch interessanter macht.
    Je nachdem wo Sie die Fressfeinde einsetzen möchten, entscheiden Sie sich für den Kauf der Eier oder der Larven. Da die Eier und die frisch ausgeschlüpften Raupen eine beliebte Beute für zahlreiche andere Tiere darstellen, sollten Sie für die Anwendung im Freien bereits geschlüpfte Larven kaufen. Möchten Sie die Florfliegen im Wintergarten oder im Gewächshaus verwenden, sind Sie mit den Eiern gut beraten.
  • Gallmücken werden erst mit Einbruch der Dämmerung aktiv. Daher brauchen Sie sich vor einer Belästigung durch die kleinen Tiere nicht zu fürchten. Sie können Gallmücken im Puppenstadium erwerben und nach Anleitung ausbringen. Schon nach wenigen Tagen schlüpfen aus den Puppen die fertigen Mücken und erledigen ihre Arbeit als Blattlausfresser.
  • Meisen: Ein weiterer Verbündeter im Kampf gegen die Pflanzenschädlinge ist die Meise. Selbstverständlich können Sie die kleinen Singvögel nicht kaufen. Aber Sie können sich so verhalten, dass Meisen gerne in Ihren Garten kommen und sich freiwillig über die Blattläuse hermachen. Um die Vögel anzulocken, sollten Sie ihnen schon während der kalten Jahreszeit über den zwangsläufigen Futtermangel hinweghelfen.
    Hängen Sie Meisenknödel und Meisenringe auf, damit sich die kleinen Sperlingsvögel willkommen und heimisch fühlen. Im Frühjahr stellen Sie einen Meisennistkasten zur Verfügung und schon haben Sie weitere Verbündete im Kampf gegen Blattläuse.

Natürliche Mittel gegen Blattläuse

Befinden sich Ameisen in Ihrem Garten nicht nur auf dem Weg, sondern erklimmen Bäume und Sträucher, müssen Sie davon ausgehen, dass diese Gewächse von Blattläusen befallen sind. Inspizieren Sie den Weg der Ameisen genau. Sobald Sie Blattläuse entdecken, sollten Sie nicht zögern, denn die Pflanzenschädlinge vermehren sich rasant. Und je eher Sie handeln, umso wahrscheinlicher ist es, dass Sie sich nur mit natürlichen Mitteln die Plage vom Halse schaffen können.

Sie haben folgende natürliche Möglichkeiten:

Steinmehl besteht, wie sein Name schon verrät, aus ganz fein gemahlenen Steinen. Es ist ein vollkommen natürliches Mittel, das außerdem recht preiswert ist. Sie können es im Baumarkt kaufen. Steinmehl gibt es in unterschiedlichen Körnungen. Da Blattläuse sehr klein sind, sollten Sie sich als Anti-Blattlausmittel für ein sehr feinkörniges Mehl entscheiden:

  • Versuchen Sie, die befallenen Pflanzen möglichst von allen Seiten mit dem Steinmehl zu bestäuben. Denn nur, wenn das Gewächs vollständig mit einer feinen Staubschicht überzogen ist, gibt es für die Blattläuse kein Entkommen.
  • Steinmehl setzt sich in den Atmungsorganen der saugenden Pflanzenschädlinge fest, sodass sie keine Luft mehr bekommen und ersticken. Es wirkt nicht nur gegen Blattläuse, sondern kann auch gegen Spinnmilben erfolgreich zum Einsatz kommen.
  • Als praktischer Nebeneffekt versorgt Steinmehl Ihre Pflanze außerdem mit wichtigen Mineralstoffen und stärkt auf diese Weise ihre Blattstruktur. Das macht sie für den nächsten Blattlausangriff widerstandsfähiger.

Zinnkraut: Auch das Zinnkraut ist ein Mittel aus der Natur, mit dem Sie erfolgreich gegen die saugenden Insekten vorgehen können. Es wird auch Ackerschachtelhalm genannt und ist eine uralte Pflanze. Wer sich auskennt, kann das Kraut beim Spazierengehen selber sammeln. Alternativ können Sie getrockneten Ackerschachtelhalm aber auch in der Apotheke kaufen. Um die Blattläuse effektiv zu bekämpfen, setzen Sie eine Zinnkrautbrühe an:

  1. Geben Sie dazu entweder 100 Gramm frischen Ackerschachtelhalm oder 16 Gramm getrocknetes Zinnkraut in eine Flasche. Gießen Sie einen Liter Leitungswasser darüber und lassen Sie den Ansatz 24 Stunden gut durchziehen.
  2. Ist ein Tag vorüber, gießen Sie den Flascheninhalt vollständig in einen Topf und lassen das Schachtelhalmwasser auf niedriger Hitze circa 30 Minuten köcheln.
  3. Dann gießen Sie den Zinnkrauttee durch ein Sieb und lassen ihn abkühlen.
  4. Messen Sie nach dem Erkalten ab, wieviel Sud Sie erhalten haben und mischen Sie das Spritzmittel mit der fünffachen Menge Wasser.
  5. Nun ist die Ackerschachtelhalmbrühe einsatzbereit. Sie kann in eine Pflanzenspritze gefüllt werden, um die betroffenen Gewächse von allen Seiten damit zu besprühen.
  6. Vergessen Sie bei Ihrer Behandlung die Blattunterseiten und die Stielansätze nicht, denn an diesen Stellen sitzen die Blattläuse besonders gerne.
  7. Den Rest des natürlichen Spritzmittels gießen Sie in die Erde rund um das behandelte Gewächs. So kann es über die Wurzeln von der Pflanze ebenfalls aufgenommen werden.
  8. Für einen zuverlässigen Schutz gegen Blattläuse, ist es ratsam, diese Prozedur alle zwei bis drei Wochen zu wiederholen.

Noch mehr natürliche Mittel gegen die saugenden Pflanzenschädlinge finden Sie mit ausführlicher Beschreibung der jeweiligen Anwendung auf der Seite Hausmittel gegen Blattläuse

Weitere Mittel gegen Blattläuse

Niemsamen wirken antibakteriell, antiviral, dienen als Fungizid und Insektizid und sie haben sich auch als Mittel gegen Blattläuse bestens bewährt. Aus 50 Gramm Niemsamen – das entspricht circa acht gehäuften Esslöffeln – und einem Liter lauwarmen Wassers lässt sich ein Hausmittel gegen Blattläuse herstellen. Legen Sie die Samen in eine Schüssel. Gießen Sie mit dem Wasser auf und lassen Sie den Ansatz zehn Stunden quellen.

Dann legen Sie ein Sieb mit einer Mullwindel aus und gießen das Niemwasser durch das Sieb. Nun ist Ihr Hausmittel einsatzbereit. Sie können es in eine Sprühflasche füllen und die von Läusen befallenen Pflanzen von allen Seiten kräftig einsprühen.

Kalter Kaffee: Ist beim Frühstück oder beim Nachmittagskaffee etwas vom koffeinhaltigen Muntermacher übrig, müssen Sie den Rest nicht entsorgen. Füllen Sie den kalten Kaffee stattdessen in eine Sprühflasche und besprühen Sie die befallenen Pflanzen von allen Seiten. Vergessen Sie dabei weder die Blattunterseiten noch die Stielansätze.

Tabaksud: Auch eine Mischung aus Tabak und Wasser wird als Hausmittel gegen Blattläuse empfohlen. Bevor Sie jedoch beginnen Zigarettenstummel und Wasser in einem Topf aufzukochen, sollten Sie wissen, dass dieses Mittel wegen des giftigen Nikotins zwar preiswert aber nicht empfehlenswert ist. Möchten Sie es dennoch einsetzen, verfahren Sie folgendermaßen:

  • Bringen Sie Zigarettenstummel mit Wasser in einem Topf zum Kochen.
  • Sobald die ersten Blasen aufsteigen, schalten Sie die Hitze klein und lassen den Tabaksud circa 10 Minuten köcheln.
  • Lassen Sie den Sud anschließend im unbedeckten Topf für mehrere Tage durchziehen.
  • Danach gießen Sie das giftige Tabakwasser durch ein Sieb und füllen es in eine Sprühflasche.
  • Die von Läusen befallenen Gewächse müssen eine Woche lang täglich mit dem Tabaksud eingesprüht werden.

Im Bereich Blattläuse natürlich bekämpfen können Sie verschiedene weitere Hausmittel entdecken, mit denen sich gegen die saugenden Pflanzenschädlinge vorgehen lässt.