Blattläuse an Zimmerpflanzen

Blattläuse sind zwar klein, aber nicht so klein, dass sie mit dem menschlichen Auge nicht erkennbar wären. Mit einer Größe zwischen zwei und maximal sieben Millimetern lassen sie sich bei genauem Hinsehen entdecken. Allerdings sollten Sie wissen, wo Sie nachsehen müssen. Die Läuse sitzen äußerst selten auf der Blattoberseite einer Pflanze. Sie tummeln sich stattdessen am Stiel, an der Blattunterseite und dort, wo ein junger Trieb entspringt. Um Blattläuse rechtzeitig zu erwischen, sollten Sie sogar eine Lupe zur Hand nehmen.

Verlassen Sie sich nur auf weitere Indikatoren, die einen Läusebefall anzeigen, kann es schon zu spät sein. Wirft Ihre Zimmerpflanze häufig Blätter ab, vergilben die Blätter, rollen sie sich auf oder verkümmern junge Triebe, wird es höchste Eisenbahn. Ihre Topfpflanze befindet sich bereits in einem kritischen Stadium. Sind Läuse die Urheber des Übels, müssen Sie rasch handeln. Können Sie die Tiere nicht selber erkennen, lässt sich vielleicht ein klebriger Belag an den Blattunterseiten feststellen. Das ist der Honigtau, den Blattläuse ausscheiden.

Blattläuse an Zimmerpflanzen

Haben Sie an Ihren Zimmerpflanzen einen Läusebefall entdeckt, müssen Sie nicht sofort in Panik verfallen. Bleiben Sie ruhig, denn noch ist nichts verloren. Aber schieben Sie, selbst wenn es sich nur um einzelne Exemplar handelt, eine weitere Untersuchung nicht auf die lange Bank. Die kleinen Insekten vermehren sich sehr rasch. Ein Weibchen kann am Tag bis zu sieben junge Blattläuse lebend gebären, die sofort hungrig zu saugen beginnen.

Um ein größeres Unheil durch die Schädlinge zu verhindern, gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Untersuchen Sie alle Ihre Zimmerpflanzen gründlich, um festzustellen, wie groß die Läuseplage bereits ist. Nehmen Sie dazu eine Lupe zur Hand und vergessen Sie vor allem nicht, die Blattunterseiten und die Stielansätze genauestens zu inspizieren.
  • Haben Sie alle Pflanzen eingehend untersucht, isolieren die befallenen Topfpflanzen von den gesunden. Am besten stellen Sie Zimmerpflanzen mit Läusen in einen anderen Raum oder, wenn es die Witterung zulässt, ins Freie auf den Balkon oder die Terrasse.
  • Vielleicht können Sie mithilfe der Lupe sogar feststellen, ob die kleinen Insekten beflügelt sind, oder nicht. Blattläuse mit Flügeln können ihre Wirtspflanze relativ rasch wechseln. Haben die Tiere keine Flügel, können sie sich auf dem Boden krabbelnd nicht weiter als circa 30 Zentimeter fortbewegen. Flügellose Exemplare stellen für die gesunden Pflanzen keine ganz so große Gefahr dar.

Doch ob mit oder ohne Flügel, Blattläuse sind Schädlinge, die Ihre Zimmerpflanze mit der Zeit so stark schädigen, dass sie eingehen wird. Ergreifen Sie umgehend Maßnahmen, um die saugenden Insekten an Ihrer Zimmerpflanze loszuwerden.

Befindet sich der Blattlausbefall noch im Anfangsstadium, ist der Kampf gegen die Insekten einfach. Denn es reicht meistens schon aus, die Pflanze gründlich zu duschen. So wird’s gemacht:

  1. Stellen Sie die befallene Pflanze in die Badewanne oder in die Duschwanne.
  2. Ziehen Sie von unten eine Plastiktüte (eine stabile Mülltüte) über den Blumentopf.
  3. Am Stamm der Topfpflanze binden Sie die Mülltüte fest zu.
    • Dadurch verhindern Sie einerseits, dass sich die Blumenerde zu stark mit Wasser vollsaugt und die Pflanze ertrinkt oder übergossen wird.
    • Außerdem bleibt die Pflanzerde im Topf, wo sie hingehört, und wird nicht beim Duschen ausgeschwemmt. Einen verstopften Abfluss vermeiden Sie somit ebenfalls.

  1. Ist die Plastiktüte gut befestigt, legen Sie die Pflanze zur Seite und spritzen mit der Duschbrause die Blätter und Stiele von allen Seiten gut ab. Vergessen Sie dabei die Blattunterseiten nicht und konzentrieren Sie sich auch auf die Blattansätze. Um all die kleinen Tiere aus den Ansätzen herauszubekommen, müssen Sie sehr genau arbeiten.
  2. Ist das Duschen beendet, lassen Sie die Pflanze austropfen, bevor Sie sie ins Zimmer an ihren ursprünglichen Platz zurückstellen.
  3. Inspizieren Sie am nächsten Tag Ihre Zimmerpflanzen erneut und achten Sie dabei besonders auf die behandelte Pflanze. Sollten Sie auch nur wenige Läuse entdecken, wiederholen Sie die Prozedur des Vortages.

Weitere natürliche Mittel, die Sie auch bei einem größeren Blattlausbefall erfolgreich anwenden können, finden Sie auf der Seite Hausmittel gegen Blattläuse

Schwarze Blattläuse

Blattläuse an Rosen

Nicht nur an Zimmerpflanzen halten sich die saugenden Insekten schadlos. Auch der Rosenzüchter oder Rosenliebhaber kann oftmals ein trauriges Lied von den Pflanzenschädlingen singen. Denn neben der großen Rosenblattlaus, die auf dem Rosenstrauch in erster Linie ihre Eier ablegt, um dort zu überwintern, ernähren sich auch andere Blattlausarten vom Pflanzensaft der Rosen.

Besonders die Triebspitzen von Rosen werden von Läusen gerne heimgesucht. Dort legt im Herbst das Blattlausweibchen Eier ab. Die Eier sind frostresistent und überwintern auf den Rosen. Im Frühjahr schlüpfen flügellose Weibchen, die sich durch Jungfernzeugung (siehe Woher kommen Blattläuse?) rasant vermehren. Ist die Population groß genug, werden geflügelte Männchen und Weibchen geboren. Blattläuse mit Flügeln wechseln in der Regel die Wirtspflanze.

Erst im Spätsommer kehren die Tiere auf die Rosen zurück, um dort ihre Eier zum Überwintern abzulegen. Wundern Sie sich also nicht, wenn Ihre Rosen Ende März und Anfang April Blattläuse aufweisen, diese sich aber von April bis Juli von alleine verzogen haben. Der Schein trügt. Wenn Sie keine Vorkehrungen treffen, werden die Läuse Ende Juli, Anfang August zurückkehren.

Schon beim Kauf und beim Setzen Ihrer Rosen sollten Sie Folgendes beachten:

  • Kaufen Sie nur gesunde Pflanzen. Eine kräftige Rosenpflanze besitzt einen gut durchwurzelten Ballen. Sie hat mindestens drei Veredelungstriebe und ihre Blätter sind von einer vollen grünen Farbe.
  • Möchten Sie wurzelnackte Rosen erstehen, sollte jede Pflanze mindestens drei Veredelungstriebe aufweisen und zahlreiche, zarte Haarwurzeln müssen ebenfalls vorhanden sein.
  • Setzen Sie die Stauden nicht zu nah an die Hauswand. Hat die Pflanze keinen Platz, wird sie schwach und kränkelt. Schwache Rosen werden von Blattläusen bevorzugt.
  • Auch wenn die meisten Rosenarten viel Sonne benötigen, müssen sie vor einem Hitzestau geschützt werden. Häufig wird empfohlen, den Rosenstrauch in die Nähe anderer Bäume oder Sträucher zu setzen, die seinen Stamm beschatten. In diesem Fall müssen Sie darauf achten, dass Sie Ihre Rosen nicht zu nah an das andere Gewächs setzen. Denn sonst erhalten sie zu wenig Wasser und werden ebenfalls geschwächt.

Mit der richtigen Pflege Ihrer Rosen lässt sich ebenfalls ein Blattlausbefall vorbeugen. Setzen Sie zwischen Ihre Rosensträucher oder daneben Lavendel. Der Lavendel stört die Rosen nicht. Er sieht hübsch aus und hält Blattläuse auf Distanz. Düngen Sie Ihre Rosen regelmäßig, aber überdüngen Sie sie nicht. Zuviel Stickstoff schadet der Pflanze und zieht die saugenden Insekten an.

Ist das Malheur bereits geschehen und Sie müssen einen Blattlausbefall auf Ihren Rosen feststellen, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Befüllen Sie eine 5-Liter-Gartenspritze mit 4,5 Litern Leitungswasser.
  2. Gießen Sie einen halben Liter preisgünstigen Branntweinessig (5 Prozent Säuregehalt) oder einen anderen haushaltsüblichen Essig dazu und
  3. fügen Sie zum Abschluss noch zwei oder drei Spritzer Spülmittel bei.
  4. Vermischen Sie alles gut,
  5. bevor Sie mithilfe der Spritze den Rosenstrauch von allen Seiten gründlich einsprühen. Achten Sie besonders darauf, dass auch die Blattunterseiten, die Blattansätze und die Triebspitzen gut nass werden.
  6. Ist der Strauch von einer größeren Blattlauspopulation befallen, müssen Sie die Prozedur nach zwei bis drei Tagen wiederholen.

Achtung: Sind Jungtriebe vorhanden, starten Sie mit einer schwächeren Lösung (weniger Essig), um die zarten Blätter nicht zu verbrennen.

Alternativ zur Essiglösung können Sie die befallenen Rosen auch mit einem Zwiebelsud behandeln. Das Rezept dazu finden Sie in diesem Bereich: Weitere Hausmittel gegen Blattläuse

Blattläuse im Gewächshaus

Blattläuse werden nicht nur durch den Wind übertragen. Auch beim Kauf von Jungpflanzen können Sie sich Läuse ins Haus holen. Und in der Blumenerde finden sich nicht selten Eier und Larven von Schädlingen. Auch hier können Blattlauseier darunter sein, sodass selbst Ihre Gewächshauspflanzen nicht von einem Lausbefall gefeit sind.

Weil sich im Gewächshaus jedoch in der Regel Jungpflanzen befinden, ist die Schädlingsbekämpfung mit Gift nicht unbedingt angeraten. Denn gerade die jungen Triebe vertragen eine Giftbehandlung oft schlechter. Alternativ zum Insektizid stehen Ihnen jedoch harmlose Hausmittel zur Verfügung, die sich auch bei Jungpflanzen im Gewächshaus problemlos anwenden lassen.

Besonders effektiv und fürs Gewächshaus bestens geeignet ist Kartoffelwasser:

  • Hält sich im Gewächshaus der Schädlingsbefall in Grenzen, ist es ausreichend, wenn Sie beim Kartoffelkochen das Kochwasser, das Sie normalerweise abgießen, auffangen.
  • Lassen Sie das mineralstoffreiche Kartoffelwasser abkühlen und
  • füllen Sie es anschließend in eine Sprühflasche.
  • Dann besprühen Sie die kleinen Pflanzen von allen Seiten mit dem Hausmittel. Sorgen Sie, dass Sie weder die Blattunterseiten vergessen, noch die Triebansätze. Aber übertreiben Sie es mit dem Besprühen nicht.
  • Kontrollieren Sie die Jungpflanzen täglich, um sicherzustellen, dass sich nicht erneut Blattläuse eingestellt haben.
  • Entdecken Sie einen neuen Schädlingsbefall, können Sie den Vorgang wiederholen.

Führt das Einsprühen mit Kartoffelwasser nicht zum gewünschten Erfolg, sollten Sie andere Mittel in Erwägung ziehen. Mehr natürliche und biologische Mittel finden Sie auf der Seite Blattläuse bekämpfen ausführlich beschrieben.

Was tun gegen Blattläuse?

Wo auch immer sich die Schädlinge befinden, ob auf den Topfpflanzen im Zimmer, auf dem Rosenstrauch im Garten oder auf den jungen Pflänzchen im Gewächshaus, um sie wieder loszuwerden, ist Ausdauer gefragt. Denn Blattläuse vermehren sich rasend schnell. Der Kampf gegen die saugenden Insekten jedoch kann sich als ziemlich langwierig herausstellen.

Das Wichtigste bei einer Schädlingsplage ist, dass Sie Ihre Pflanzen regelmäßig und gründlich kontrollieren. Inspizieren Sie alle Pflanzen immer wieder. Suchen Sie nicht nur da, wo Sie Blattläuse bereits erfolgreich bekämpft haben, sondern sehen Sie überall nach. Vergessen Sie dabei keinesfalls die Blattunterseiten, die Stielansätze und die jungen Triebe.

Zeigen Sie Durchhaltevermögen und nehmen Sie eine Lupe zu Hilfe. Denn selbst ein einzelnes Tier, kann sich ruckzuck zu einer Population auswachsen. Weil Blattläuse ihre Nachkommenschaft durch Jungferngeburt zeugen, sind keine Geschlechtspartner notwendig. Am besten ist es, wenn Sie es gar nicht erst zu einem Schädlingsbefall kommen lassen. Wie Sie Läusen erfolgreich vorbeugen, erfahren Sie im Bereich Was hilft gegen Blattläuse?

Ist das Kind jedoch bereits in den Brunnen gefallen und Sie müssen sich mit einer Blattlausplage herumärgern, haben Sie die Möglichkeit, mit biologischen Mitteln und mit Hausmitteln auf natürliche Weise gegen die Schädlinge vorzugehen. Einen guten Überblick und zahlreiche Hausmittel mit Anleitungen finden Sie auf der Seite Hausmittel gegen Blattläuse

Hat alles andere versagt und Sie müssen doch die chemische Keule einsetzen, stehen Ihnen im Fachhandel ebenfalls verschiedene Produkte zur Verfügung. Wenn Sie Unterschiede der einzelnen Mittel erfahren und wissen wollen, worauf Sie beim Einsatz von Chemikalien gegen Blattläuse achten sollten, lesen Sie auch die Seite Mittel gegen Blattläuse