Ungeziefer loswerden

Kleine Tiere, die sich unerwünschterweise im menschlichen Umfeld breitmachen, bezeichnen wir als Ungeziefer. Dabei kann es sich um Schädlinge handeln, die auf die menschliche Gesundheit oder das Wohlergehen des Menschen negativen Einfluss nehmen können. Aber auch Tiere, die Ekel oder Abscheu verursachen, gehören zum Ungeziefer. Den größten Anteil unbeliebter Untermieter nehmen die Insekten ein. Aber auch Spinnen und so manch kleines Säugetier ärgert den Menschen mit seiner Anwesenheit.

Der Störfaktor des Ungeziefers ist verschieden. Denn nicht nur die Krankheitsüberträger machen sich unbeliebt. Auch Lärmbelästigung oder Geruchsbelästigung führen dazu, dass wir manche Tiere nicht in unserer Nähe dulden möchten. Nicht immer sind die Tiere, die in unserer Umgebung unwillkommen sind, weil sie uns schaden, generell als Schädlinge zu bezeichnen. Es gibt viele, die in ihrem natürlichen Lebensraum auch für den Menschen sehr nützlich sind.

Wenn Sie in Ihren Vier Wänden Ungeziefer erspähen, stellen Sie sich natürlich zwangsläufig die Frage, woher das Tier kommt. Darauf gibt es, je nach Art des Ungeziefers, unterschiedliche Möglichkeiten. Es gibt Schädlinge, die Sie unbewusst mit Ihren Einkäufen ins Haus schleppen. Andere bringen Sie von einer Urlaubsreise mit. Schon durch kleine Nachlässigkeiten in der Reinigung können Sie Ungeziefer anziehen.

Aber viele der ungebetenen Gäste spazieren oder fliegen einfach von selbst, angelockt durch Düfte oder bestimmte Lichtverhältnisse, bei Ihnen durchs Fenster oder die Terrassentür. Damit sich die ungebetenen Gäste, wenn sie einmal Ihr Zuhause als angenehm entdeckt haben, nicht dauerhaft einnisten, müssen Sie versuchen, die Schädlinge so rasch, wie möglich loszuwerden.

Ungeziefer in Haus und Wohnung

Insekten, wie Ameisen, Fliegen, Fruchtfliegen, Motten oder Wespen zählen mit zu den häufigsten Ungezieferarten, die sich in menschlichen Häusern und Wohnungen aufhalten. Aber auch kleine Säugetiere, wie Mäuse, Ratten, Maulwürfe oder Marder werden häufig zum Problem. Während sich einige der unliebsamen Mitbewohner durch Licht oder Wärme angelockt fühlen, haben es andere auf die menschlichen Lebensmittelvorräte abgesehen.

Da unsere Häuser und Wohnungen mit ihrem reichhaltigen Nahrungsangebot für die kleinen Tiere oftmals das reinste Schlaraffenland darstellen, und sich sowohl kleine Säugetiere, wie auch Insekten rasch vermehren, ist beim Kampf gegen die unerwünschten Untermieter Eile geboten:

  • Halten Sie die Augen offen, sobald Sie ein einziges Ungeziefer-Exemplar in Haus oder Garten erspäht haben. Sehen Sie bewusst in prädestinierten Schlupfwinkeln nach, aber lassen Sie sich nicht von einer Blattlaus oder einem Silberfischchen verrückt machen. Handelt es sich allerdings um ein schädliches Säugetier, sollten Sie sofort Gegenmaßnahmen ergreifen.
  • Ist der ungebetene Gast eine Ameise oder eine Spinne, reicht es vollkommen aus, wenn Sie das Tier vernichten oder ins Freie, in seinen natürlichen Lebensraum zurückbringen. Versuchen Sie jedoch, zu ergründen, wovon das Ungeziefer angelockt wurde und zu verhindern, dass weitere Exemplare sich in Ihre Vier Wände verirren. Um einen größeren Befall zu vermeiden, sollten Sie über die Gewohnheiten der Tiere informiert sein.
  • Fliegende Ameisen und Motten lassen sich beispielsweise vom Einfliegen durchs Fenster abbringen, wenn Sie nachts, während das Fenster geöffnet ist, Ihr Licht ausschalten. Da diese Tiere nur von der Helligkeit angelockt werden, haben Sie keinen Grund, bei Dunkelheit durchs geöffnete Fenster in einen dunklen Raum zu fliegen.
  • Flöhe, die in der Regel von Haustieren, wie Hunden oder Katzen eingeschleppt werden, lassen sich vermeiden, wenn Sie dem lieben, vierbeinigen Freund ein Flohhalsband umbinden. Dadurch halten Sie das Ungeziefer nicht nur aus Ihrem Heim fern, sondern ersparen auch Ihrem Haustier eine unnötige Plage. Übrigens ist das Halsband gegen Flöhe keine einmalige Angelegenheit. Es muss regelmäßig erneuert werden.
  • Eine Maus, die Ihre Vorratskammer entdeckt und als Wohnparadies ausgewählt hat, sollten Sie schnellstmöglich mit einer Lebendfalle fangen und draußen, in der Natur wieder in die Freiheit entlassen.

Wichtig ist, dass Sie bei jeder Art von Ungeziefer nicht nur versuchen, sich den lästigen Gast vom Halse zu schaffen, sondern stets ergründen, warum das Tier bei Ihnen eingezogen ist. Nur, wenn sie die Ursache für den Besuch eines Einzelexemplares erkunden und ausmerzen, können Sie sich vor einem größeren Schädlingsbefall schützen.

Damit sich zukünftig keine ungebetenen Gäste ins Haus schleichen, sollten Sie den Tieren keinen Zugang zu Haus oder Wohnung bieten. Gegen viele Insekten hilft beispielsweise ein Fliegengitter am Fenster. Denken sie aber auch an Ritzen im Mauerwerk oder an Schlitze zwischen Tür- oder Fensterrahmen. Insekten sind klein und benötigen daher oftmals nur einen kleinen Spalt, um ins Haus zu gelangen. Verstopfen und versiegeln Sie deswegen Ritze und Spalten.

Ungeziefer loswerden

Ungeziefer im Bett

Es gibt wohl kaum etwas Unhygienischeres, als Ungeziefer im Bett. Sollten Sie einen ungebetenen Mitbewohner in Ihrem Schlafplatz entdecken, müssen Sie schnellstens handeln:

Bettwanzen: Die bekanntesten Schmarotzer, die den Mensch um seine wohlverdiente Nachtruhe bringen, sind wohl die Bettwanzen. Allerdings stören die Schädlinge nicht nur beim Schlafen, sondern können durch ihre Einstiche auch Entzündungen hervorrufen. Die Tiere halten sich tagsüber in geschützten Ritzen auf, denn sie sind nur in der Nacht aktiv.

Wenn sie an Armen oder Beinen Wanzenstiche bemerken, ist der schnellste und effektivste Weg, um das Ungeziefer loszuwerden, ein Gang zum fachmännischen Schädlingsbekämpfer. Weil die Bettwanze nicht mit einem Fraßköder gelockt und vernichtet werden kann, ist es für den Privatmann schwer, das Ungeziefer im Bett loszuwerden. Heißluft über 55 Grad Celsius oder gezielt eingesetztes Insektengift sind die besten Möglichkeiten, um Bettwanzen zu eliminieren.

Milben: Auch wenn es wohl kaum einen Haushalt gibt, in dem sie nicht leben, zählen die Milben zum Ungeziefer. Da immer mehr Menschen unter einer Milbenallergie leiden, müssen sie mit besonderer Reinlichkeit und mit Spezialbettwäsche und Spezialdecken einem übergroßen Milbenbefall vorbeugend entgegenwirken.

Da Milben besonders Wärme und Feuchtigkeit lieben, halten Sie sich bevorzugt im Bett auf. Um dort den Milbenbefall möglichst gering zu halten, können Sie durch gründliches Lüften des Raumes aber auch des Betts und der Bettwäsche die Lebensbedingungen für das Ungeziefer verschlechtern. Als Nahrungsmittel bevorzugen die Milben menschliche Hautschuppen. Saugen sie Teppich und Sofa häufig ab, können sie auch auf diese Weise einer Milbenplage entgegenwirken.

Ameisen: Auch Ameisen verirren sich hin und wieder in die Betten. Das ist zwar nicht gefährlich, aber doch sehr unangenehm und für viele Menschen auch eklig. Schließlich kitzeln die winzigen Insekten den Schlafenden nicht nur, wenn sie über Arme, Beine oder gar das Gesicht krabbeln. Wenn sie sich durch eine abrupte Bewegung gestört fühlen, zwicken sie.

Sie werden die nervigen Bettgäste jedoch nur los, wenn Sie das Nest der Tiere zerstören. Um die Behausung der kleinen Insekten zu finden, müssen Sie der Ameisenstraße folgen. Nur, wenn Sie entweder den Bau vernichten oder den Zugang zum Nest versperren, werden Sie aus dem Kampf gegen die Ameisen als Sieger hervorgehen. Viele weitere Informationen zu den kleinen Nervensägen erhalten Sie auf den entsprechenden Seiten über Ameisen.

Ungeziefer im Garten

Haben Sie den Zierrasen in Ihrem Garten mit viel Mühe angelegt, nervt es umso mehr, wenn Ungeziefer durch unterirdische Grabaktivitäten Ihre hübsche Rasenfläche mit Erdhügeln verunstalten. Ärgerlicherweise ist es nicht damit getan, die Hügel einzuebnen und neue Rasensamen auszubringen. Denn bereits am nächsten Morgen werden Sie an einer anderen Stelle Ihres Gartens einen neuen Erdaufwurf erblicken müssen:

  1. Möchten Sie grabende Säugetiere aus Ihrem Garten verjagen, müssen Sie diese belästigen.
  2. Eine Möglichkeit besteht darin, die empfindlichen Nasen einiger Säugetiere zu reizen und sie durch ihnen unangenehme Düfte zu vertreiben. Was Sie selbst als wohlriechend empfinden, riecht für das grabende Gartenungeziefer häufig sehr unangenehm.
  3. Tränken Sie also ein paar ausgediente Lappen mit Parfum und stecken Sie die Dufttücher in den Gang von Maulwurf oder Wühlmaus. Mit etwas Glück werden die ungebetenen Gäste die Flucht ergreifen und auch in Zukunft Ihren Garten nicht mehr heimsuchen.
  4. Noch mehr praktische Tipps gegen Maulwürfte im Garten, erhalten Sie hier: Maulwurf.
  5. Ist es kein Maulwurf, sondern eine Wühlmaus, die Ihren Rasen umgräbt, sollten Sie im Bereich Wühlmäuse weiterlesen.

Insekten: Natürlich sind es nicht nur Säugetiere, die sich als unliebsame Mitbewohner in Ihrem Garten breitmachen. Auch Blattläuse können das Werk unendlich vieler Stunden Gartenarbeit vernichten. Allerdings liegt der Fehler, wenn Ihre Pflanzen von Läusen befallen werden, immer bei Ihnen. Denn die Blattläuse vergreifen sich nur an kranken Pflanzen. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Gewächse weder unter Lichtmangel noch unter Wasser- oder Nährstoffmangel leiden, und Sie müssen keinen Blattlausbefall fürchten.

Schnecken: Die schleimigen Kriechtiere, die sich stets die besten und frischesten Salatpflänzchen schnappen, lassen in jedem Gärtner und Hobbygärtner Hassgefühle aufkommen. Wenn Sie Ihr Gemüse vor den gefräßigen Schnecken schützen möchten, stehen Ihnen jedoch gleich mehrere Möglichkeiten offen.

Streuen Sie rund um jedes Gartenbeet eine Schicht Sägemehl, kann die Schnecke diese Barriere nicht überwinden und alle Pflänzchen, die sich innerhalb der Sägemehlgrenze befinden, sind vor ihrem Hunger geschützt. Als effektive Alternative hat sich auch Kaffeesatz erwiesen. Auch der Kaffeesatz ist zu rau für Schnecken, sodass sie dahinter liegende Beete meiden. Allerdings müssen Sie für so viel Kaffeesatz erst einige Monate sammeln.

Ungeziefer bekämpfen

Wenn Sie gegen Ungeziefer in Ihrem Haus, Garten oder in der Wohnung zu Felde ziehen möchten, ist nicht nur die Art des Tieres relevant, sondern Sie müssen sich auch informieren, ob und wie Sie den Kampf gegen den unliebsamen Mitbewohner aufnehmen dürfen.

  • Verschiedene Säugetierarten, zu denen auch der Maulwurf und der Marder gehören, stehen unter gesetzlichem Schutz. Diese Tiere dürfen Sie weder töten noch verletzen.
  • Das Fangen geschützter Tiere ist ebenfalls entweder gänzlich verboten, oder nur zur Jagdsaison mit Genehmigung der zuständigen Behörde erlaubt.
  • Möchten Sie sich eines der geschützten Tiere vom Halse schaffen, bleibt Ihnen nur der Gang zum Fachmann oder die Anwendung diverser Hausmittel.

Die Hausmittel zur Bekämpfung von Ungeziefer bestehen entweder aus Nahrungsmitteln, die das jeweilige Tier verabscheut, oder aus Pflanzen, deren Duftstoffe ihm unangenehm sind. Säugetiere können Sie auch mit Lärm in die Flucht schlagen. Wenn es Ihnen irgendwie möglich ist, sollten Sie stets Hausmitteln vor chemischen Ungeziefervernichtern den Vorzug geben. Denn erstens sind Hausmittel in der Regel umweltfreundlich und zweitens richten sie auch bei Ihren Haustieren keinen Schaden an.

Alternativ zum Hausmittel werden Sie im Fachgeschäft gegen jede Art von Ungeziefer ein passendes Präparat erstehen können. Allerdings enthalten die gekauften Mittel fast immer chemische Stoffe, die nicht nur das Ungeziefer ausmerzen. In den meisten Fällen werden die Umwelt aber auch der Mensch und die Haustiere, wenn sie mit den Substanzen in Berührung kommen, ebenfalls geschädigt. Daher sollten Sie, bevor Sie sich für eine bestimmte Variante der Schädlingsbekämpfung entscheiden, stets die Vor- und Nachteile abwägen. In einem Haushalt mit Kindern oder Haustieren sollten Sie keinesfalls giftige Präparate anwenden.