Woher kommen Silberfische?

Trotz ihres Namens gehören die Silberfische zu den Insekten. Sie sind keine Wassertiere und folglich auch keine Fische. Der Name Silberfische ist ebenfalls falsch. Denn die kleinen, flügellosen Kerbtiere heißen Silberfischchen. Die Fischchen sind eine Ordnung von sechsfüßigen Insekten, die bereits seit 300 Millionen Jahren auf der Erde leben. Außer den Silberfischchen können die Geisterfischchen, die Ofenfischchen und die Papierfischchen in Wohnungen vorkommen. In Deutschland nimmt jedoch das Silberfischchen den höchsten Prozentsatz ein.

Die Silberfische haben ihren Namen wohl ihrem Aussehen zu verdanken. Wenn sich die flinken Kerbtiere mit dem stromlinienförmigen Körper und den eher unscheinbar gefärbten Beinen und Fühlern vorwärts bewegen, sieht es aus, als würden sie schwimmen. Weil in erster Linie der silbrig glänzende, schuppenbedeckte Rumpf wahrgenommen wird und die Beine erst beim zweiten Hinsehen auffallen, können sie den Anschein eines Fisches erwecken.

Silberfische: Ursache

Wenn sich Silberfischchen bei Ihnen eingenistet haben, hat das nur einen Grund: Sie finden in Ihrer Wohnung optimale Lebensbedingungen vor. Damit für das kleine Insekt alles passt, bedarf es keiner großen Umstände. Und gerade in der kalten Jahreszeit, wenn es beginnt, im Freien ungemütlich zu werden, zieht es das Silberfischchen nach drinnen, in die warmen, menschlichen Wohnungen. Hat sich der Sechsfüßer erst einmal häuslich niedergelassen, merkt er schnell, wie gut ihm das menschliche Heim bekommt und Sie werden die Tiere nicht so schnell wieder los.

Sind folgende Bedingungen erfüllt, fühlen sich Silberfische bei Ihnen pudelwohl:

  • Um zu bleiben, muss das Silberfischchen ausreichend Nahrung vorfinden. Das ist nicht schwer. Denn das Kerbtier hat zwar seine Vorlieben, ist bei der Nahrungsaufnahme aber dennoch sehr flexibel. Dadurch ist das offerierte Nahrungsangebot im menschlichen Heim für das stärkefressende Insekt riesengroß. Silberfische sind nicht nur auf Ihre Lebensmittel angewiesen. Sie fressen außerdem Textilien, Leder, Papier, Haare, Hautschuppen und sogar Zellulose können Sie mithilfe der körpereigenen Cellulase verdauen. Sie sind ein großer Feind der Hausstaubmilben und auch über den Schimmelpilz an der Wand machen sich die kleinen Kerbtiere besonders gerne her.
  • Dass wir es zu Hause gerne gemütlich warm haben, kommt den Silberfischchen ebenfalls zu Gute. Denn auch die Fischchen auf sechs Beinen lieben die Wärme. 20 Grad Celsius, die wir in den meisten Räumen des Hauses als Minimum für eine ideale Raumtemperatur ansehen, betrachtet auch der kleine Milbenvertilger als unteren Grenzwert seiner Wohlfühltemperatur. Silberfische bevorzugen Temperaturen zwischen 20 und 32 Grad Celsius.
  • Und auch wenn für ein optimales Raumklima in der Wohnung die Luftfeuchtigkeit in der Regel nicht über 60 Prozent liegen darf, gibt es ein paar Räume, in denen sich der Idealwert nicht dauerhaft realisieren lässt. Dieser Umstand wirkt sich ebenfalls positiv für den Aufenthalt der Silberfische aus. Denn die kleinen Kerbtiere benötigen eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit. Sie sind daher auch meistens in Badezimmern, Küchen, Waschküchen, Trockenräumen, Kellern oder schlecht gelüfteten Schlafzimmern zu finden.

Wer in einem Altbau zuhause ist, muss besonders aufpassen, dass sich Silberfische nicht heimisch niederlassen. Denn neben zahlreichen Ritzen und Fugen, die sich gerade in alten Häusern oftmals im Fußboden und hinter der Tapete befinden, sind außerdem die Werte der Raumluftfeuchte oftmals erhöht. Das kann an einer schlechten Isolierung liegen und lässt sich dann nur mit gezielten Gegenmaßnahmen beheben.

Wer nun meint, im frisch errichteten Neubau bestünden diese Probleme nicht, hat jedoch weit gefehlt. Gerade im frischen Gemäuer steckt oftmals noch so viel Restfeuchte, die erst im Laufe der Zeit langsam an die Umgebungsluft abgegeben wird, dass auch hier mit erhöhten Feuchtigkeitswerten der Raumluft zu rechnen ist. Die Silberfischchen finden bei entsprechender Beheizung also ebenfalls optimale Lebensbedingungen vor.

Silberfische

Silberfische: Entstehung

Es ist gar nicht so einfach, die Silberfischchenplage rechtzeitig zu bekämpfen, wenn es sich noch um vereinzelte Tiere handelt, die sich eben erst in Ihrer Wohnung häuslich einrichten. Weil Silberfische nur in der Nacht aktiv sind, werden sie zunächst kaum bemerkt. Tagsüber verstecken sich die kleinen Insekten in ihren Behausungen. Sie nutzen dazu Ritzen zwischen den Bodenbrettern, winzige Risse in den Tapeten, die es ihnen ermöglichen hinter die Wandverkleidung zu krabbeln oder auch den kleinen Hohlraum unter den Blumentöpfen.

Um festzustellen, ob sich in ihrer Wohnung Silberfischchen aufhalten, müssen Sie bis zur Dämmerung warten. Erst wenn es draußen dunkel wird, können Sie gezielt auf die Suche gehen. Ist die Population noch recht gering, sollte Ihnen trotz Dunkelheit nicht so einfach ein Tier unter die Augen kommen. Wenn die Silberfischchen allerdings bereits in Ihren Betten herumkrabbeln oder im Badezimmer ständig über den Fußboden huschen, handelt es sich um eine regelrechte Silberfischchen Invasion. Rasches Handeln ist nun angesagt. Versuchen Sie zunächst, die Ursache für den Aufenthalt der Kerbtiere in Ihren Vier Wänden festzustellen:

Hohe Luftfeuchtigkeit: Ob Silberfische in einem Raum Ihres Hauses optimale Lebensbedingungen vorfinden, hängt unter anderem von der Luftfeuchtigkeit ab. Für die kleinen Insekten kann der Feuchtigkeitsgehalt der Luft fast gar nicht hoch genug sein. Da wir Menschen kein Sinnesorgan besitzen, um die Luftfeuchte zu erspüren, sind wir auf technische Messgeräte angewiesen. Mit dem Hygrometer können Sie aber die Luftfeuchtigkeit des Raumes eindeutig feststellen.

Zeigt Ihnen das Messgerät einen erhöhten Wert an, ist das bei einer einmaligen Messung nicht schlimm und auch noch keine Ursache für das Wohlbefinden der Silberfischchen. Messen Sie aber über mehrere Tage hinweg eine erhöhte Raumluftfeuchte, sollten Sie Gegenmaßnahmen ergreifen. Denn in diesem Fall stellen die Silberfische das kleinste Übel dar. Die hohe Luftfeuchtigkeit bereitet der menschlichen Gesundheit Probleme. Und außerdem trägt sie dazu bei, dass auch der gesundheitsschädliche Schimmelpilz optimale Bedingungen vorfindet.

Weil sich der Pilz in der Wand auf die Gesundheit des Menschen und auf die Bausubstanz negativ auswirkt, müssen Sie Handeln. Sehr häufig entsteht durch falsches Lüftungsverhalten eine zu hohe Luftfeuchtigkeit im Raum. Um dem Schimmel an der Wand keinen Nährboden und somit indirekt auch den Silberfischchen keine Nahrung zu bieten, müssen Sie daher alle Räume korrekt durchlüften. Eine gute Anleitung zum Lüften finden Sie auf der Website Richtig lüften.

Hohes Nahrungsangebot: Wenn Silberfische in Ihrem Zuhause einen reich gedeckten Tisch vorfinden, ist das ebenfalls ein Grund zum Bleiben. Wer Haustiere hält und den kleinen Freunden auch über Nacht ein gefülltes Näpfchen bereitstellt, sollte versuchen, die Essgewohnheiten der vierbeinigen Freunde zu ändern. Denn gerade das aufgestellte Hunde- oder Katzenfutter lockt Silberfischchen an. Füttern Sie Hund oder Katze zum letzten Mal, bevor Sie zu Bett gehen, und reinigen Sie anschließend die Futternäpfchen gründlich.

Eine weitere Nahrungsquelle sind Hausstaubmilben, die sich in Haushalten mit mehreren langhaarigen Bewohnern besonders gut ausbreiten. Entfernen Sie beim Reinigen von Fußböden und Polstermöbeln nicht immer alle Haare, freuen sich die Hausstaubmilben über eine gefüllte Speisekammer. Und weil die kleinen Spinnentiere zu den Leibgerichten der Silberfischchen zählen, finden auch die Insekten eine umfangreiche Nahrungsquelle vor.

Zu hohe Temperatur: Gerade im Winter neigen wir dazu, wenig zu lüften und den Raum kuschelig warm zu gestalten. Doch auch Raumtemperaturen, die über 20 Grad liegen, tragen zu einem Aufkommen der Silberfische bei. Denn die kleinen Insekten lieben ebenfalls die Wärme. Natürlich sollen Sie in den eigenen vier Wänden nicht frieren, nur um die Silberfischchen fernzuhalten. Aber Sie können versuchen Ecken und Winkel, in denen sich die Wärme staut, zu vermeiden. Wenn Sie außerdem die Schlupflöcher der Silberfische verschließen, haben Sie optimal Vorbeuge geleistet.

Lebensdauer von Silberfischchen

Die Silberfische sind nicht nur sehr anpassungsfähig, was ihre Nahrung betrifft, sondern können außerdem ein erstaunlich hohes Lebensalter erreichen. Denken Sie also nicht, Sie könnten die Invasion einfach aussitzen, denn nach wenigen Monaten wäre der Spuk von ganz alleine vorbei. Bei optimalen Lebensbedingungen können Silberfischchen bis zu acht Jahre alt werden.

Sie sind schon nach vier Monaten geschlechtsreif und beginnen mit der Fortpflanzung. Bei normaler Zimmertemperatur, die sich im unteren Wohlfühlbereich der kleinen Kerbtiere befindet, sind die Silberfische nach ungefähr einem Jahr erwachsen. Jedes Weibchen legt, sobald es geschlechtsreif ist, circa 20 Eier. Es versteckt sie in Ritzen und Spalten. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass im Versteck eine Temperatur zwischen 25 und 30 Grad Celsius herrscht.

Ist es zu kühl oder zu trocken, können sich die Silberfischchen nicht vermehren. Beachten Sie hierbei jedoch, dass nicht im ganzen Raum die optimalen Bedingungen für das Insekt herrschen müssen. Versteckt sich das Kerbtier beispielsweise unter dem Kühlschrank, kann es dort beste Fortpflanzungsbedingungen vorfinden, während im Rest der Küche die Temperatur oder der Luftfeuchtigkeitsgehalt niedriger sein mögen.

Finden die Silberfische keine perfekten Lebensbedingungen vor, weil die Luftfeuchtigkeit an der unteren Grenze seines Wohlfühl-Levels liegt, weil der Raum nur knapp 20 Grad aufweist oder weil das Nahrungsangebot nicht optimal ist, kann es bis zu drei Jahre dauern, bis das Insekt erwachsen und somit geschlechtsreif wird. Sollten Sie versuchen, die Tiere auszuhungern, benötigen Sie viel Geduld. Denn die Silberfischchen können ohne größere Probleme mehrere Monate hungern.

Noch mehr interessante Informationen und außerdem Tipps, wie Sie sich der ungebetenen Mitbewohner entledigen können, finden Sie auf den Seiten:

Tipps gegen Silberfische

Besser, als sich mit der Plage herumärgern zu müssen, ist es natürlich, wenn es gar nicht erst zur Invasion der Silberfischchen kommt. Bei den folgenden Tipps erfahren Sie, wie Sie einer Besiedlung Ihrer Wohnung durch die kleinen Kerbtiere erfolgreich vorbeugen können:

  1. Um auch im Badezimmer den Feuchtigkeitsgehalt der Luft so gering, wie möglich zu halten, müssen Sie nach jedem Baden oder Duschen gründlich durchlüften. Am besten öffnen Sie dazu zwei gegenüberliegende Fenster. Wenn sich in Ihrem Badezimmer nur ein Fenster befindet, öffnen Sie gleichzeitig die Türen vom Bad und einem gegenüberliegenden Raum. Im Raum, der dem Badezimmer gegenüberliegt öffnen Sie ebenfalls ein Fenster. Auf diese Weise entsteht ein Durchzug und die feuchtigkeitsreiche Luft wird, wie durch einen Sog nach draußen gezogen. Die trockenere Luft kann rascher eindringen.
  2. Um den kleinen, nachtaktiven Silberfischchen die Nahrung zu entziehen, ist es sinnvoll Badezimmer und Schlafzimmer erst in den Abendstunden zu reinigen. Auf diese Weise sind während der Nacht, wenn die Silberfische auf Nahrungssuche gehen, keine Hautschuppen, Haare und Hausstaubmilben mehr vorhanden.
  3. Außerdem sollten Sie über Nacht keine gefüllten Futternäpfe für Ihre vierbeinigen Freunde stehen lassen. Denn auch auf diese Art grenzen Sie das Nahrungsangebot der Silberfischchen stark ein.
  4. Um die Kerbtiere fernzuhalten, müssen Sie jedoch nicht nur die Futternäpfe gründlich reinigen und austrocknen, sondern auch den Fußboden, dort, wo die Näpfchen normalerweise aufgestellt werden, täglich, vor dem Zubettgehen säubern. Weil die Silberfische so klein sind, reicht ihnen schon die Futtermenge aus, die Ihre vierbeinigen Freunde während des Fressens auf dem Fußboden verteilen.
  5. Auch das Schlafzimmer ist stark gefährdet, einen zu hohen Luftfeuchtigkeitsgehalt aufzuweisen. Um im Schlafraum die Raumluftfeuchte zu drosseln und es somit den Silberfischchen möglichst ungemütlich zu machen, lüften Sie kurz vor dem Schlafengehen gründlich durch. Auch nach dem Aufstehen, sollten Sie durch erneutes Lüften die feuchte Luft aus dem Raum befördern und trockene Morgenluft ins Zimmer lassen. Schlafen Sie außerdem nach Möglichkeit mit gekippten Fenstern, sodass sich nachts bereits die feuchte Schlafzimmerluft mit der trockenen Außenluft austauschen kann.