Woher kommen Silberfische?

Silberfische gehören weder zu den Fischen, noch zu den Wassertieren. Es handelt sich um kleine Insekten, der Ordnung Fischchen. Genau genommen heißen die flügellosen Kerbtiere auch nicht Silberfische, sondern Silberfischchen. Wie sie zu ihrem Namen gekommen sind, lässt sich jedoch leicht erklären. Denn wenn sich die flinken Krabbler mit ihrem silbrig glänzenden, stromlinienförmigen Körper vorwärtsbewegen, sieht es aus, als würden sie schwimmen. Das tun sie natürlich nicht. Denn die Fischchen leben an Land und besitzen auf jeder Seite ihres Körpers drei Beine. Ihre insgesamt also sechs Beinchen und die fünf Fühler (davon haben sie vorne zwei und hinten drei) lassen sich allerdings wegen ihrer hellen Farbe nur schwer erkennen.

Silberfischchen sind zwar ungebetene Untermieter in den menschlichen Häusern und Wohnungen, sie zählen aber nicht zu den Schädlingen. Die hungrigen Krabbeltiere werden auch als Zuckergäste bezeichnet, da sie mit Vorliebe stärkehaltige Stoffe und glukosehaltige Lebensmittel verzehren. Allerdings sind Lebensmittel nicht unbedingt ihre Hauptnahrungsquelle. Die kleinen Tierchen vergreifen sich auch an Büchern, Textilien und Tapeten. Was sie aber wieder sympathischer macht: Sie vertilgen auch liebend gerne Schimmelpilze und Hausstaubmilben.

Neben einem reichhaltigen Nahrungsangebot, das die kleinen Insekten wohl in jedem Haushalt finden dürften, benötigen sie außerdem warme Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Sind diese drei Faktoren nicht vorhanden, können sie sich nicht vermehren.

Silberfische: Ursache

Warum sich die Kerbtiere in den Häusern und Wohnungen der Menschen aufhalten, lässt sich ganz einfach erklären: Sie finden hier die optimalen Lebensbedingungen. Besonders im Winter, wenn es in der freien Natur kühler wird, suchen auch die Silberfische nach einer warmen Behausung. Das menschliche Heim bietet sich ihnen geradezu an:

  • Denn das Nahrungsangebot bei den Menschen ist übergroß. Schließlich müssen die kleinen Krabbler gar nicht unbedingt Küche oder Vorratskammer unsicher machen, um sich die Bäuchlein vollzuschlagen. Neben Lebensmitteln fressen sie Textilien, Hausstaubmilben, Schimmelpilze und sogar Cellulose können sie verdauen.
  • Da auch der Mensch nicht gerne friert, sorgt er dafür, dass seine Vier Wände immer mindestens 20 Grad Wärme aufweisen. Das kommt den Silberfischchen natürlich gut zupass. Schließlich liegen auch ihre Wohlfühltemperaturen zwischen 20 und 30 Grad Celsius.
  • Selbst wenn Sie in Ihren Räumen immer auf ein gesundes Wohnklima achten, gibt es Räume, in denen die Luftfeuchtigkeit relativ hoch ist. Da die sechsfüßigen Krabbler eine hohe Luftfeuchtigkeit benötigen, halten sie sich hauptsächlich im Badezimmer, in der Küche, im Keller, in der Waschküche oder im schlecht gelüfteten Schlafzimmer auf.

Da in Altbauten oft eine erhöhte Luftfeuchtigkeit herrscht, weisen sie ein optimales Klima für die Vermehrung der Silberfischchen auf. Aber auch im zu gut isolierten Neubau siedeln sich die flinken Insekten gerne an, wenn die Wände noch Restfeuchte abgeben und daher ebenfalls die Raumluftfeuchte im oberen Bereich liegt.

Silberfische

Silberfische: Entstehung

Oft werden Silberfische anfänglich gar nicht bemerkt, da sich die nachtaktiven Krabbler tagsüber in ihren Verstecken aufhalten. Als Behausung bevorzugen sie Ritzen zwischen den Dielen. Aber auch hinter den Tapeten oder unter Blumentöpfen sind sie zu finden. Erst in den Abendstunden, wenn es zu dämmern beginnt, können Sie feststellen, ob Sie unter einem Silberfischchen Befall leiden.

Hohe Luftfeuchtigkeit: Wenn sich Silberfischchen in Ihrem Heim als Untermieter breitgemacht haben, sollten Sie schnellstens feststellen, warum sich die kleinen Kerbtiere bei Ihnen wohlfühlen. Schließlich benötigen sie ideale Lebensbedingungen zur Vermehrung. Ob Ihre Luftfeuchtigkeit erhöht ist, können Sie mithilfe eines Hygrometers nachmessen. Ist das der Fall, müssen Sie schleunigst Abhilfe schaffen, um nicht neben den Silberfischchen gleichzeitig Schimmelpilze zu züchten.

Denn die sind nicht nur schlecht für die Bausubstanz Ihrer Vier Wände, sondern können sogar Ihre Gesundheit schädigen. Oft liegt das Problem der hohen Luftfeuchtigkeit am seltenen oder falschen Lüften. Informieren Sie sich, wie und wann Sie in den einzelnen Räumen Ihres Heims den Luftaustausch am besten durchführen auf diesen Seiten: Richtig lüften.

Hohes Nahrungsangebot: Liegt die Luftfeuchtigkeit im grünen Bereich, kann der Besuch der Silberfische auch an einem übermäßigen Nahrungsangebot liegen, das sie bei Ihnen vorfinden. Haben Sie beispielsweise Katzen- oder Hundenäpfchen auch nachts gefüllt auf dem Fußboden stehen, kann das die Tiere anlocken. Aber auch in einem Haushalt, in dem mehrere langhaarige Personen leben, ist die Gefahr einer Silberfischcheninvasion erhöht. Da sich nicht immer alle Haare beim Putzen entfernen lassen, dienen sie Hausstaubmilben als Nahrungsquelle. Und Hausstaubmilben wiederum sind eine bevorzugte Speise der Fischchen.

Zu hohe Temperatur: Wenn Sie im Winter möglichst wenig lüften, um die Zimmer kuschelig warm zu halten, erhöhen Sie damit nicht nur die Luftfeuchtigkeit, sondern bieten auch den Silberfischchen eine gemütliche und optimale Raumtemperatur. Denn ab 20 Grad Zimmertemperatur fühlen sich die kleinen Tiere wohl. Leben Sie außerdem in einem Altbau mit zahlreichen Ritzen und schlecht befestigten Tapeten, bieten Sie den flinken Insekten einen perfekten Unterschlupf.

Mögliche Ursachen eines Befalls:

  1. Erhöhte Raumluftfeuchtigkeit (entsteht durch falsches Lüften)
  2. Übermäßiges Nahrungsangebot (beispielsweise durch Tierfutter oder Hausstaubmilben)
  3. Hohe Raumtemperaturen (ergeben sich ebenfalls bei schlechtem Lüften)
  4. Idealer Unterschlupf (besonders oft in Altbauten)

Lebensdauer von Silberfischchen

Wenn Sie dachten, dass die flinken Insekten wegen ihrer geringen Größe nur wenige Monate leben würden, irren Sie sich gewaltig. Bei guten Lebensbedingungen werden die Krabbler bis zu 22 Millimeter lang und erreichen ein Lebensalter von acht Jahren. Sie sind dann bereits nach vier Monaten geschlechtsreif und können mit der Fortpflanzung beginnen.

Finden die Silberfische schlechtere Bedingungen vor, kann es bis zu drei Jahre dauern, bevor ein Fischchen fortpflanzungsfähig ist. Bei Kälte und Trockenheit können sich die Kerbtiere nicht vermehren. Wenn Sie versuchen, die Tiere auszuhungern, werden Sie übrigens Schwierigkeiten haben, denn die Silberfische können problemlos mehrere Monate hungern.

Lesen Sie mehr über die kleinen, eigentlich nützlichen Krabbeltiere. Wertvolle Tipps und interessante Informationen können Sie auf diesen Seiten entdecken:

Tipps gegen Silberfische

Besser als eine bereits entstandene Plage beseitigen zu müssen, ist es natürlich, wenn Sie dem Befall der Silberfischchen vorbeugen. Beachten Sie folgende Tipps und ein Anfang ist gemacht:

  1. Lüften Sie nach dem Baden oder Duschen Ihr Badezimmer stets gut durch. Am besten öffnen Sie dazu zwei gegenüberliegende Fenster, dann wird die warme, feuchte Luft wie durch einen Sog nach draußen gezogen. Die trockene kühlere Luft kann rasch eindringen.
  2. Wenn Sie das Badezimmer in den Abendstunden, kurz vor dem Zubettgehen reinigen, finden die nachtaktiven Kerbtiere keine Nahrung.
  3. Lassen Sie über Nacht weder Lebensmittel noch Tierfutter offen stehen. Auf diese Weise entziehen Sie den hungrigen Silberfischchen ebenfalls wichtige Nahrungsquellen.
  4. Die Futternäpfe und den Boden um die Futternäpfe sollten Sie vor dem Zubettgehen ebenfalls gründlich reinigen, um die Silberfische fernzuhalten.
  5. Sorgen Sie auch im Schlafzimmer dafür, dass die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch liegt. Lüften Sie morgens nach dem Aufstehen und abends vor dem Zubettgehen noch einmal gründlich durch. Wenn es die Temperaturen erlauben, schlafen Sie außerdem bei gekippten Fenstern, sodass sich nachts die feucht-warme Schlafzimmerluft mit der kühlen, trockenen Außenluft austauschen kann.
  6. Trocknen Sie Ihre Wäsche nach Möglichkeit nicht im Haus oder im Keller. Haben Sie keine andere Möglichkeit, lüften Sie während oder spätestens nach dem Trocknen gut durch.
  7. Versiegeln Sie Ritzen zwischen den Bodendielen, damit die Silberfische keine Bleibe finden.
  8. Befestigen Sie schlecht sitzende Tapeten, um den Tieren keine Schlupfwinkel zu bieten.