Hausmittel gegen Blattläuse

Selbst wer eine Blattlausplage rasch im Griff hat, sollte sich danach nicht auf die faule Haut legen. Denn die saugenden Insekten sind immer ein Alarmsignal. Weil sich Blattläuse auf schwächelnde Pflanzen spezialisiert haben, dürfen Sie bei einem Befall davon ausgehen, dass sich das Gewächs nicht wohlfühlt. Das kann zwar am Wetter liegen, in der Mehrzahl der Fälle jedoch haben Sie einen Fehler gemacht. So fehlt es im Winter in Wohnung oder Gewächshaus durch die Heizungsluft oft an der notwendigen Luftfeuchtigkeit.

Auch Pflanzen, die in Monokulturen stehen, sind schwächer und somit anfälliger für einen Blattlausbefall, als gleichartige Gewächse in einer Mischkultur. Zuviel oder zu wenig Dünger lassen Blumen ebenso erkranken, wie ein ungünstiger Standort. Pflanzen, wie die sonnenliebende Rose sind gerade in dieser Hinsicht besonders empfindlich. Steht sie zu nah an der Hauswand wirkt sich das ebenso ungünstig aus, wie wenn sie sich über Monate mit Dauerschatten abfinden muss.

Haben sich trotz bester Pflege Blattläuse auf einer oder gar mehreren Pflanzen angesiedelt sollten Sie dennoch nicht sofort die chemische Keule auspacken. Versuchen Sie stets, zuerst das Problem mithilfe von Hausmitteln in den Griff zu bekommen. Wie, das erfahren Sie im Folgenden.

Brennnesselsud gegen Blattläuse

Hatten Sie den Sommer über Ruhe und stellen die Blattläuse erst im Herbst fest, sollten Sie nicht dem Irrglauben verfallen, dass sich das Problem über den Winter von alleine regle. Auch wenn die saugenden Insekten selber die kalte Jahreszeit nicht lebend überstehen, ihre Eier sind frostbeständig. Es ist sinnvoll die Gewächse nicht im Herbst, sondern im Frühjahr zurückzuschneiden.

Konnten Sie auf diese Weise nicht alle Läuseeier entfernen, ist die Brennnessel ein ideales Hausmittel, um den Läusen den Garaus zu machen. Auch wenn die Nessel immer noch bei vielen Menschen als Unkraut verpönt ist, sollten Sie die krautige Pflanze nicht unterschätzen.

Die Brennnessel bereichert als gesundes Gemüse den Speiseplan. Sie kann als Heilmittel bei einer Darmerkrankung hilfreich sein. Wer unter Haarausfall leidet, kann mithilfe einer Brennnesseltinktur zur besseren Durchblutung der Kopfhaut beitragen. Als Düngemittel ist die Pflanze dem Gärtner schon lange bekannt. Und sie lässt sich gegen Blattläuse einsetzen.

Damit Sie mit der Brennnessel die Läuse loswerden, benötigen Sie frische Nesseln. Wohnen Sie auf dem Land, wachsen die Pflanzen fast vor der Türe. Allerdings sollten Sie beim Pflücken frischer Brennnesseln versuchen, nicht gerade die Kräuter zu ernten, die direkt am Wegesrand stehen. Denn nicht allzu selten sind sie durch Exkremente von Hunden verschmutzt. Einen dicken Handschuh dürfen Sie selbstverständlich auch nicht vergessen.

Wer nicht selber sammeln möchte oder keine Möglichkeit dazu hat, kann sich frische Brennnesseln auch über das Internet bestellen. Und weil der Hype nach der krautartigen Pflanze immer mehr zunimmt, ist es oft möglich, die Blätter im Reformhaus zu erstehen. Außer den frischen Brennnesselblättern brauchen Sie für Ihr Hausmittel gegen die Blattläuse lediglich Wasser.

Und so setzten Sie einen effektiven Brennnesselsud gegen Blattläuse an:

  • Sammeln Sie so viele Brennnesselblätter, bis Sie einen Eimer zur Hälfte damit gefüllt haben.
  • Belassen Sie die Kräuter im Eimer und gießen Sie kaltes Leitungswasser dazu.
  • Lassen Sie den vorbereiteten Sud nun für zwei Tage ruhig im Schatten stehen. Denn diese Zeit benötigen die Blätter, um ihre Wirkstoffe ans Wasser abzugeben.
  • Achten Sie darauf, dass die Flüssigkeit nicht zu warm wird, eine Gärung darf nicht stattfinden.
  • Damit keine Insekten oder andere kleine Tiere in den Eimer fallen, decken Sie ihn mit einem Stück Fliegendraht ab.
  • Ist die Ruhezeit vorüber, können Sie das fertige Hausmittel durch ein Sieb gießen.
  • Die ausgelaugten Brennnesselblätter werden auf dem Kompost oder in der Biotonne entsorgt. Das Brennnesselwasser fangen Sie auf.
  • Füllen Sie den Brennnesselsud in eine Pflanzenspritze und
  • sprühen Sie die betroffenen Gewächse von allen Seiten gründlich ein.
  • Achten Sie dabei besonders auf die Unterseiten der Blätter und auf die Stielansätze, denn an diesen Stellen verstecken sich Blattläuse mit Vorliebe.
  • Das günstige, sehr wirkungsvolle Hausmittel dürfen Sie bei Zier- und Nutzpflanzen einsetzen.

Auch mit Essigwasser können Sie erfolgreich gegen die Pflanzenschädlinge vorgehen. Eine Anleitung dazu finden Sie in diesem Bereich: Blattläuse an Rosen

Schwarze Blattläuse

Seifenlauge gegen Blattläuse

Auch wenn Sie sich gegen die Chemie und für das Hausmittel im Kampf gegen die Blattläuse entschieden haben, eignet sich nicht jedes Mittel für jeden Zweck. Bei Nutzpflanzen, die Sie verzehren möchten, sollten Sie auf ein seifiges Mittel verzichten. Bei Zimmerpflanzen hingegen, können Essigwasser und Brennnesselsud durch ihren leicht unangenehmen Geruch für eine schlechte Raumluft sorgen. Hier empfiehlt sich als Alternative die Seifenlauge.

Denn die Lauge vernichtet einerseits Blattläuse und punktet andererseits mit einem neutralen, leicht seifigen Geruch. Je nachdem wieviele Pflanzen Sie behandeln müssen, lässt sich die Seifenlauge in der entsprechenden Menge zubereiten. Selbst wenn nur eine kleine Topfpflanze unter dem Läuseproblem leidet, können Sie das Hausmittel geschickt dosieren.

Und so wird’s gemacht:

  1. Für eine Kali-Seifenlauge - das ist eine Seifenlauge ohne zugesetzte Duftstoffe - geben Sie 20 Gramm Kali-Seife in eine große Schüssel.
  2. Gießen Sie einen Liter lauwarmes Wasser über die Schmierseife und
  3. rühren Sie mit einem Löffel solange, bis die Seife vollständig aufgelöst ist.
  4. Das Hausmittel ist nun fertig und kann in eine Sprühflasche umgefüllt werden.
  5. Sprühen Sie alle befallenen Pflanzen mit dem Seifenwasser gründlich ein. Die beliebtesten Verstecke der Blattläuse, wie die Stielansätze und die Blattunterseiten der Pflanze dürfen Sie dabei nicht vergessen.
  6. Sie können ruhig großzügig arbeiten, denn die reine Kali-Seife wird von Pflanzen gut vertragen. Sie besteht aus Leinöl und Kaliumhydroxid und wirkt unter anderem antiparasitär. Größeren Insekten, wie beispielsweise den Marienkäfern schadet die gelblich braune, leicht durchscheinende, schlüpfrige Masse jedoch nicht.

Kali-Seife können Sie in diversen Onlineshops bestellen und sie ist in Apotheken und Drogerien erhältlich. Ist es Ihnen nicht möglich, eine reine Kaliseife (Schmierseife ohne zugesetzte Duftstoffe) zu bekommen, können Sie alternativ versuchen, herkömmliche Schmierseife wie in der Anleitung beschrieben, zu verwenden.

Weitere Hausmittelrezepte gegen Blattläuse, wie Anleitungen mit Rapsöl, Milch oder Spülmittel, können Sie auf der Seite Blattläuse natürlich bekämpfen nachlesen.

Knoblauch und Pflanzen gegen Blattläuse

Nicht immer fällt ein Blattlausbefall sofort auf. Besonders wenn er sich noch im Anfangsstadium befindet und erst wenige Läuse eine Pflanze besiedelt haben, ist er für das bloße Auge nicht immer ersichtlich. Doch auch Ameisen können einen Indikator auf dem Gewächs darstellen. Ziehen sich auf dem Balkon oder der Terrasse plötzlich vermehrt Ameisen entlang, sollten Sie nachsehen, ob eine oder mehrere Ihrer Pflanzen von den saugenden Schädlingen befallen wurden.

Inspizieren Sie Ihre Zierpflanzen und untersuchen Sie Kräuter und Gewürzpflanzen ebenfalls genau. Es schadet nicht, wenn Sie bei der Kontrolle eine Lupe zur Hand nehmen, denn sieben Millimeter, die Sie mit bloßem Auge bei Normalsichtigkeit erkennen können, ist die Maximalgröße der Blattläuse. Jungtiere sind natürlich etwas kleiner. Haben Sie auf einem oder mehreren Gewächsen Läuse entdeckt, muss gehandelt werden.

Knoblauch, als bekannter Allrounder bietet sich auch im Kampf gegen die saugenden Insekten an. Er lässt sich auf zwei verschiedene Weisen anwenden:

Knoblauchzehen: Bei einem relativ geringen Blattlausbefall reicht es aus, wenn Sie eine Knoblauchknolle in die einzelnen Zehen zerteilen. Schälen Sie dann die Knoblauchzehen und stecken Sie neben jedem Pflanzenstiel eine Knoblauchzehe in die Erde. Achten Sie dabei darauf, dass ungefähr die Hälfte der Zehe im Boden steckt, während die andere Hälfte über der Erde herausspitzt.

Auf diese Weise kann der Knoblauch einerseits seine Wirkstoffe an die Pflanzerde und somit über die Wurzeln auch an die Pflanze abgeben. Andererseits verströmen seine ätherischen Öle ihren Duft rund um das Gewächs und halten auf diese Weise ebenfalls die Blattläuse fern.

Knoblaubsud gegen Blattläuse: Ist die Blattlausplage größer, arbeiten Sie mit einem Knoblauchsud. Der wird folgendermaßen zubereitet:

  • Schälen Sie drei große Knoblauchzehen.
  • Schneiden Sie die Zehen in Stücke und legen Sie sie auf den Boden einer Ein-Liter-Flasche.
  • Füllen Sie nun die Flasche mit einem Liter Leitungswasser auf und
  • Stellen Sie sie an einen ruhigen Ort.
  • Der angesetzte Knoblauchsud benötigt circa zwei Wochen um zu reifen.
  • Nach der Ruhezeit hat der Knoblauch seine Wirkstoffe an das Wasser abgegeben. Sie können das Hausmittel nun durch ein Sieb gießen und
  • in eine Sprühflasche umfüllen.
  • Besprühen Sie die befallenen Gewächse von allen Seiten gründlich mit dem Knoblauchwasser. Weil sich die die Blattläuse gerne an den Blattunterseiten und den Stielansätzen aufhalten, sollten Sie sich um diese Stellen besonders kümmern.

Es hilft nicht nur gegen einen bereits vorhandenen Blattlausbefall Knoblauchzehen in die Erde zu stecken. Das Hausmittel lässt sich auch vorbeugend anwenden. Denn durch das ausströmende Knoblaucharoma werden die kleinen Insekten von vornherein abgeschreckt. Alternativ lässt sich auch mit Bohnenkraut gegen die Pflanzenschädlinge vorbeugen. Pflanzen Sie das Kraut zwischen Ihr Gemüse hält es ebenfalls Blattläuse fern.

Weitere biologische und natürliche Blattlausbekämpfer finden Sie hier: Mittel gegen Blattläuse

Weitere Hausmittel gegen Blattläuse

Zwiebelsud: Auch mit einem Sud aus Zwiebeln können Sie effektiv gegen die saugenden Pflanzenschädlinge vorgehen. Der Zwiebelsud darf sowohl bei Zier- wie auch bei Nutzpflanzen angewendet werden. Es kann bei Zimmerpflanzen ebenso zum Einsatz kommen, wie im Gewächshaus oder im Garten. Besonders beliebt ist dieses Hausmittel für Rosen. Und auch auf Paprikapflanzen hat es sich bestens bewährt. Verfahren Sie folgendermaßen:

  1. Schneiden Sie eine große Zwiebel in kleine Stücke in einen Topf.
  2. Anschließend füllen Sie mit Wasser auf und bringen es auf dem Herd zum Kochen.
  3. Sobald Blasen aufsteigen, drehen Sie die Hitze herab und legen einen Deckel auf.
  4. Lassen Sie das Zwiebelwasser bei niedriger Hitze circa eine halbe Stunde ziehen.
  5. Danach nehmen Sie den Topf vom Herd und lassen den Sud abkühlen.
  6. Gießen Sie das kalte Hausmittel durch ein Sieb, bevor Sie es in eine Sprühflasche füllen.
  7. Mit dem Zwiebelsud besprühen Sie die von Läusen befallenen Pflanzen von allen Seiten gründlich ein. Da die Zwiebel den Gewächsen nicht schadet, dürfen Sie das Hausmittel großzügig anwenden. Vergessen Sie auch die Blattunterseiten und die Stielansätze nicht. Denn dort verstecken sich Blattläuse besonders gerne.

Essig gilt nicht nur als Tausendsassa in Küche und Haushalt, auch im Kampf gegen die saugenden Insekten kann er mithalten. Um Essig als Hausmittel gegen Blattläuse einzusetzen, verwenden Sie 100 Milliliter Essig (normaler Haushaltsessig 5 Prozent) und einen Liter Wasser. Gießen Sie die beiden Flüssigkeiten in eine Sprühflasche, die Sie kräftig durchschütteln. Dadurch vermischt sich das Wasser mit dem Essig und Ihr Hausmittel ist einsatzbereit.

Besprühen Sie die betroffenen Gewächse von allen Seiten gründlich mit dem Essigwasser. Wie immer, sollten Sie besonderes Augenmerk auf die Blattunterseiten und die Stielansätze richten, weil an diesen Stellen die Blattläuse besonders gerne sitzen. In den Folgetagen beobachten Sie Ihre Pflanze Sollten Sie erneut Läuse feststellen, können Sie die Prozedur wiederholen.

Schwarzer Tee: Sind Sie Teetrinker, können Sie auch mit Schwarzem Tee gegen die Pflanzenschädlinge vorgehen. Allerdings muss es keine Edelmarke sein. Zwei Teebeutel Schwarzer Tee sind für einen Liter Wasser ausreichend und wirkungsvoll. Bringen Sie dazu das Wasser zum Kochen. Dann hängen Sie die Teebeutel in eine Kanne und gießen das heiße Wasser darüber.

Lassen Sie den Tee 15 Minuten ziehen, bevor Sie die Beutel entfernen. Sobald Ihr Hausmittel abgekühlt ist, füllen Sie es in eine Sprühflasche und besprühen die von Läusen befallenen Pflanzen von allen Seiten mit Augenmerk auch auf Stielansätze und Blattunterseiten.