Blattläuse bekämpfen

Einer Blattlausplage können Sie auf unterschiedliche Weise beikommen. Steht der Befall noch am Anfang und Sie finden nur vereinzelte Läuse, lassen sich die Tiere mit der Hand absammeln. Ist es nur eine kleine Zimmerpflanze, an deren Saft sich die saugenden Insekten gütlichtun, hilft das Abbrausen mit Leitungswasser. Und auch wenn sich die Tiere bereits auf mehreren Pflanzen befinden, können Sie zum Hausmittel greifen. Klappt das beim ersten Anlauf nicht, erhöhen Sie die Dosis oder Sie versuchen ein anderes Mittel.

Im Gewächshaus oder im Freien bieten sich zusätzlich die biologischen Fressfeinde an. Und erst, wenn alle natürlichen Methoden zu Blattlausbekämpfung ausgeschöpft sind, sollten Sie zur chemischen Keule greifen. Denn bedenken Sie: Insektizide schaden nicht nur den Insekten. Sie wirken sich auch auf die menschliche Gesundheit negativ aus. Ihre Haustiere bringen Sie beim Einsatz der chemischen Mittel ebenfalls in Gefahr. Und nicht zuletzt sind sie umweltschädlich. Deswegen sollte der Einsatz chemischer Mittel immer als letzte Möglichkeit ins Auge gefasst werden.

Blattlausbekämpfung

Chemische Mittel: Nur wenn es sich nicht vermeiden lässt, weil die Blattläuse auf Ihren Pflanzen überhandnehmen, sollten Sie sich auf den Weg in den Fachhandel machen, um die Pflanzenschädlinge mit einem chemischen Mittel zu bekämpfen. Selbst wenn für viele Mittel keine Genehmigung notwendig ist, sollten Sie sich stets vor Augen führen, dass sowohl das Spritzmittel, wie auch das kleine Stäbchen, das Sie in die Erde stecken, Gift abgibt.

Die Pflanzen nehmen den chemischen Wirkstoff entweder über ihre Blätter auf oder über die Wurzeln. Da Sie nicht wissen, wie rasch das Gift anschließend wieder abgebaut wird, müssen Sie bei Nutzpflanzen mit dem Einsatz besonders vorsichtig sein. Bevor Sie zur chemischen Keule greifen, sollten Sie sich ausgiebig informieren, welches Mittel auch bei Nutzpflanzen angewendet werden darf. Schließlich sollen Obst und Gemüse als Vitaminträger zum Erhalt unserer Gesundheit beitragen und nicht das Gegenteil bewirken.

Möchten Sie Zierpflanzen mit einem Insektizid behandeln, sollten Sie die Gebrauchsanweisung durchlesen und befolgen. Beim Ausbringen von Spritzmitteln ist eventuell ein Atemschutz notwendig. Und dass Sie Ihre Zimmerpflanzen zum Einsprühen ins Freie schaffen, versteht sich von selbst.

Natürliche Mittel: Wesentlich risikoärmer ist das Bekämpfen der saugenden Insekten mit natürlichen Mitteln. Es steht Ihnen eine große Palette an Hausmitteln zur Verfügung. Aber auch die biologischen Fressfeinde der Blattläuse sollten Sie nicht außer Acht lassen. Eine gute Übersicht und verschiedene Anleitungen finden Sie auf der Seite Mittel gegen Blattläuse

Während Sie die meisten Hausmittel sowohl im Freien, wie auch im geschlossenen Raum für Ihre Zimmerpflanzen zum Einsatz bringen können, sollten Sie die biologischen Fressfeinde in erster Linie bei einer Läuseplage im Garten oder auf dem Balkon verwenden. Je nach Fressfeind ist auch die Anwendung im Gewächshaus möglich.

Im Zimmer werden Sie mit den biologischen Fressfeinden nur mäßige Erfolge verbuchen können. Das hat den einfachen Grund, dass sich die Tiere in der Wohnung nicht vermehren. Sie können also nur soviel Blattläuse bekämpfen, wie die erste Generation vertilgen kann. Somit dämmen Sie die Plage zwar kurzfristig ein. Sobald jedoch alle Feinde verstorben sind, erholt sich die Blattlauspopulation wieder. Und die Plage setzt sich fort.

Blattläuse biologisch bekämpfen

Blattläuse biologisch bekämpfen

Wer bei der Pflanzenpflege alles richtig macht und außerdem Petrus, mit dem passenden Wetter zum Freund hat, muss sich über Blattläuse nicht den Kopf zerbrechen. Gesunde, kräftige Pflanzen werden von den Pflanzenschädlingen in der Regel nicht befallen. Verirrt sicht trotzdem eine vereinzelte Laus an einen gesunden, starken Baum oder Strauch, befinden sich im natürlich angelegten Garten verschiedene Fressfeinde, die sich über den Leckerbissen freuen.

Leider fügt sich jedoch das Schicksal nicht immer so günstig. Und wer unter einer Blattlausplage leidet, hat oftmals viel zu wenig der biologischen Fressfeinde im Garten, um die Epidemie einzudämmen. Dieses Problem lässt sich jedoch beseitigen. Denn bei Fachhändlern können Sie verschiedene Fressfeinde der Blattläuse erwerben.

Marienkäfer: Der wohl populärste Blattlausfeind ist der Marienkäfer. Allerdings wäre es mühsam auch nur gegen die Läuse an einer einzigen Pflanze ausreichend Käfer beim Spazierengehen einzusammeln. Sie sind besser beraten, wenn Sie die Käfer im Fachhandel erwerben:

  • Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, um an die roten Käfer mit den schwarzen Punkten heranzukommen. Entweder, Sie bestellen im Internet oder Sie fragen bei einem Gärtner in Ihrer Nähe, ob er eine Bezugsquelle weiß.
  • Die Marienkäfer werden lebend in Dosen vertrieben.
  • Sobald Sie die Fressfeinde erhalten haben, können Sie die Tiere in kleine Tüten stecken und die Tütchen mithilfe einer Wäscheklammer am Pflanzenstiel vorsichtig befestigen.
  • Den Rest erledigen die Marienkäfer alleine.
  • Noch effektiver können Sie vorgehen, wenn Sie statt der ausgewachsenen Käfer, Marienkäferlarven erwerben.
  • Denn ein Käfer verspeist im Laufe seines Lebens, das circa 25 bis 30 Tage beträgt, maximal 4000 Blattläuse. Doch auch als Larve ernährt er sich von den saugenden Insekten. Im Larvenstadium vertilgt er ungefähr 800 der kleinen Pflanzenschädlinge.
  • Bringen Sie die Marienkäferlarven nach Anleitung an der Pflanze aus und Sie dezimieren die Blattlauspopulation noch schneller.

Achtung: Marienkäfer vertragen sich nicht mit Ameisen. Möchten Sie die Käfer zu Ihren Verbündeten im Kampf gegen Blattläuse machen, müssen Sie die Ameisen vorher entfernen.

Es gibt es noch weitere Fressfeinde, mit denen Sie den Pflanzenschädlingen zu Leibe rücken können. Lesen Sie dazu auch den Bereich Biologische Mittel gegen Blattläuse

Blattläuse natürlich bekämpfen

Um den Blattläusen auf natürlichem Wege den Garaus zu machen, müssen Sie in der Regel nur im Vorratsschrank ein wenig kramen. Dort haben Sie wahrscheinlich sogar verschiedene Mittel stehen, die im Kampf gegen die saugenden Insekten erfolgreich zum Einsatz kommen können.

Rapsöl gegen Blattläuse: Als besonders effektiv hat sich beispielsweise Rapsöl erwiesen, das sich nicht nur als Salatöl oder zum Marinieren eignet. Sie können mit dem preisgünstigen Öl sowohl Blattläuse, wie auch Schildläuse wirkungsvoll bekämpfen.

Denn einerseits bildet das Öl einen Schmierfilm auf den Stielen und Blättern, sodass sich die Blattläuse nicht mehr festhalten können und zu Boden fallen. Außerdem schließt das Öl die Schildläuse unter ihrem eigenen Schild luftdicht ein. Sie können nicht mehr atmen und verenden.

Um mithilfe von Rapsöl den größtmöglichen Erfolg zu erzielen, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Gießen Sie in einen großen Eimer (10-Liter Eimer) fünf Liter kaltes Wasser.
  2. Fügen Sie 90 Milliliter Rapsöl hinzu und
  3. träufeln Sie ein paar Spritzer Spülmittel darüber. Das Spülmittel wird benötigt, dass sich das Öl mit dem Wasser vermischt. Ohne Spülmittel schwimmt es als Film auf dem Wasser.
  4. Rühren Sie dann gut um, sodass sich das Öl richtig im Wasser verteilt. Sie können dazu einen Rührkorb, wie er zum Farbenmischen oder zum Mischen kleiner Mengen Fliesenkleber benutzt wird und die Bohrmaschine aus der Werkzeugkammer verwenden.
  5. Hat sich alles gut vermischt, füllen Sie das Hausmittel am besten in eine Pflanzenspritze um. Denn um alle Insekten zu erwischen, müssen Sie die befallenen Pflanzen von allen Seiten gut einsprühen. Nehmen Sie sich besonders die Blattunterseiten vor und vergessen Sie auch die Stielansätze nicht.
  6. Kontrollieren Sie anschließend täglich Ihre Pflanzen. Sollten Sie nach ein paar Tagen erneut Blattläuse entdecken, wiederholen Sie die Prozedur nach circa acht Tagen.

Milch zum Blattläuse bekämpfen: Ein weiteres Mittel gegen Blattläuse, das wohl die meisten Europäer ebenfalls im Haus haben, ist Kuhmilch. Für eine kleine Zimmerpflanze benötigen Sie weniger als einen halben Liter Milch. Gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Füllen Sie 200 Milliliter kaltes Leitungswasser in eine Schüssel.
  • Geben Sie 100 Milliliter Vollmilch dazu und
  • verrühren Sie die beiden Flüssigkeiten mit einem Schneebesen oder einer Gabel.
  • Füllen Sie anschließend Ihr Hausmittel in eine Sprühflasche um.
  • Das Mittel ist sofort einsatzfähig. Besprühen Sie Ihre Zimmerpflanze von allen Seiten gründlich mit dem Milchwasser.
  • Vergessen Sie die Blattunterseiten nicht und richten Sie besonderes Augenmerk auf die Stielansätze. Denn dort halten sich die saugenden Pflanzenschädlinge mit Vorliebe versteckt.
  • Auch an jungen Trieben halten sich die Läuse gerne schadlos. Sprühen Sie daher an den gefährdeten Stellen besonders gründlich.
  • Im Anschluss an das Ausbringen des Hausmittels sollten Sie die betroffene Pflanze über mehrere Tage hinweg, täglich ausgiebig inspizieren.
  • War das Spritzen mit Milchwasser nicht ausreichend und Sie müssen erneut Blattläuse feststellen, können Sie den Vorgang nach ein paar Tagen wiederholen.

Wie Sie bei Blattläusen auf Rosensträuchern mit Essig als Hausmittel erfolgreich vorgehen und auf welche Weise Sie Ihre Zimmerpflanze bei einem leichten Blattlausbefall mit einfachem Leitungswasser retten, finden Sie auf der Seite Blattläuse an Zimmerpflanzen beschrieben.

Spülmittel gegen Blattläuse

Um in aller Ruhe ihren Rüssel in die Pflanze stechen zu können und sich mit Pflanzensaft vollzusaugen, müssen sich Blattläuse gut festhalten. Das wird den kleinen Insekten in der Regel recht leicht gemacht. Denn die Oberfläche einer Pflanze ist rauh. Sie besitzt viele kleine Härchen, an denen sich die Läuse beim Saugen festklammern. Diesem Umstand jedoch können Sie abhelfen.

Jedes Hausmittel, das auf dem Pflanzenstiel, den Stielansätzen, den Blättern und den jungen Trieben einen schmierigen Film hinterlässt, macht aus der rauen Oberfläche, eine glatte Rutschbahn. Die Blattläuse bewegen sich dann wie auf Schmierseife. Die feinen Pflanzenhärchen liegen an. Die Pflanzenschädlinge finden keinen Halt mehr und rutschen ab.

Weil auch Spülmittel diesen Effekt aufweist, eignet es sich optimal, um die saugenden Insekten zu bekämpfen. Außerdem punktet Spülmittel mit einem weiteren Vorteil. Es bringt die Blattläuse nicht nur zum Absturz, sondern nimmt den Tieren, wenn sie besprüht werden, gleichzeitig die Atemluft und lässt sie ersticken. Um das Hausmittel effektiv einzusetzen, gehen Sie so vor:

  1. Damit Sie die befallene Pflanze von allen Seiten gründlich einsprühen können, müssen Sie Ihr Hausmittel in ausreichender Menge ansetzen. Das folgende Rezept reicht für eine kleine bis mittelgroße Zimmerpflanze.
  2. Gießen Sie einen halben Liter kaltes Leitungswasser in eine Schüssel.
  3. Fügen Sie fünf Milliliter Spülmittel dazu und
  4. rühren Sie um, sodass sich die beiden Flüssigkeiten gut miteinander vermischen.
  5. Bei robusteren Pflanzen, zu denen Orchideen oder kleine Rosenpflanzen nicht zählen, können Sie zusätzlich einen Spritzer Spiritus oder Alkohol zufügen. Der Alkohol sorgt dafür, dass sich der wachsähnliche Schutzschild von Wollläusen und Blutläusen auflöst. Allerdings greift er eben auch die zarten Blätter vieler Pflanzen an.
  6. Füllen Sie Ihre Mischung in eine Sprühflasche um und schütteln Sie noch einmal kurz durch.
  7. Dann besprühen Sie die von Läusen befallene Pflanze von allen Seiten. Behandeln Sie dabei die Blattunterseiten und die Stielansätze besonders intensiv.
  8. In den kommenden Tagen sollten Sie die behandelten Pflanzen täglich nach Blattläusen absuchen. Stellt sich heraus, dass Sie beim ersten Mal nicht alle Tiere erwischt haben, können Sie den Vorgang wiederholen.
  9. Wenn Sie Ihr Spritzmittel im Kühlschrank aufbewahrt haben, können Sie es wieder verwenden. Hat das Hausmittel zu gären begonnen, müssen Sie eine neue Mischung ansetzen.

Noch mehr natürliche Mittel finden Sie auf der Seite Hausmittel gegen Blattläuse