Marder - Steinmarder

Die Marder sind Raubtiere und gehören zu den Säugetieren. Die Familie der Marder ist sehr groß, denn vom kleinen Wiesel und dem Iltis bis hin zum Otter umfasst sie eine Vielzahl hundeartiger Säugetiere. Die kleinste Marderart vertritt das Mauswiesel. Es wiegt nur 25 Gramm. Der Riesenotter bringt bis zu 30 Kilogramm auf die Waage und zählt zu den größten Marderarten.

Wird in unseren Breiten von einem Marder gesprochen ist jedoch in der Regel der Steinmarder gemeint, der wegen seiner Nähe zum Menschen oft auch als Hausmarder bezeichnet wird. Er ist ein Einzelgänger und nachtaktiv. Tagsüber zieht sich das kleine Raubtier in seinen Bau zurück und ruht sich aus. Nachts begibt es sich auf Nahrungssuche. Damit ihm dabei kein anderer Marder die Nahrung streitig macht, kennzeichnet der Marder sein Gebiet mithilfe von Duftmarken aus Kot und Urin. Das Revier der Weibchen ist meist etwas kleiner, als das der männlichen Tiere. Sobald sich ein fremder Marder nähert, wird er angegriffen.

In erster Linie sind die Steinmarder dem Menschen von Nutzen, denn schließlich ernähren Sie sich von Insekten und Würmern, die im wohl gepflegten Garten als Ungeziefer unwillkommen sind. Aber nicht immer macht sich das kleine Raubtier die Mühe, Insekten zu suchen. Als sogenannter Kulturfolger hält er sich besonders gerne in menschlicher Nähe auf, weil er dort auch auf weitaus bequemere Art üppige Nahrungsquellen vorfindet. So plündert er gerne den Hühner- oder den Kaninchenstall und macht sich auch über die unverschlossene Mülltonne her.

Als Behausung nutzt er dann den Dachboden, eine leer stehende Scheune oder einen Holzhaufen im Garten. Wenn er sich auf der Suche nach einem passenden Unterschlupf in den Motorraum des Autos verkriecht, kann er erheblichen Schaden anrichten.

Steinmarder

Die Steinmarder sehen recht putzig aus. Sie haben ein grau-braunes, raues Fell, einen langen, buschigen Schwanz und sind lange, schlanke Tiere. Der weiße Fleck an ihrem Kehlkopf kann sich bis zu den Vorderpfötchen hinabziehen. In Mitteleuropa zählt der Steinmarder zu der häufigsten Art der echten Marder. Er wiegt zwischen 1,1 und 2,3 Kilogramm. Die putzigen Tierchen sind nicht nur in Europa weit verbreitet, sondern leben auch in Zentralasien und sind sogar im Himalaja zu finden.

  • Wie bei allen Marderarten ist auch beim Steinmarder das Männchen größer, als das Weibchen. Während die Steinmarderweibchen nur bis zu 45 Zentimeter lang werden, können die Männchen eine Größe von 55 Zentimetern erreichen.
  • Auch das Gewicht von Männchen und Weibchen ist unterschiedlich. So wird eine Marderdame höchstens 1,6 Kilogramm schwer, wohingegen das Männchen durchaus zwei Kilogramm auf die Waage bringen kann.
  • Eines haben jedoch Männchen und Weibchen gemeinsam: Die Steinmarder sind sehr sportlich. Sie schaffen Sprünge mit einer Weite von bis zu 2 Metern und in die Höhe können sie 1,8 Meter springen.

Tagsüber zieht sich der Steinmarder in ein Versteck zurück. Als natürlichen Unterschlupf bevorzugt er Steinhaufen oder Felsspalten. Auch einen verlassenen Bau anderer Säugetiere macht er sich gern zu eigen. Einen eigenen Bau gräbt er sich jedoch nicht.

Befindet er sich in der Nähe von Menschen, sucht das nachtaktive Tier tagsüber Zuflucht auf dem Dachboden, im Stall, der Garage oder einem ungenutzten Nebengebäude. Beim Einrichten seiner Behausung geht der Steinmarder nicht leise vor. Er polstert sein Nest mit weichen Materialien aus und schleppt alle möglichen Gegenstände herbei. Auf dem Dachboden ist er kaum zu überhören.

Marder

Was fressen Marder?

Obwohl die Marder zu den Raubtieren zählen, bedeutet das nicht, dass sie reine Fleischfresser sind. Während die Tiere im Herbst und im Winter, wenn die grüne Nahrung knapp wird, überwiegend fleischhaltige Nahrung zu sich nehmen, suchen sie sich im Sommer und im Herbst Beeren und Früchte. Die Steinmarder können also nicht als reine Fleischfresser bezeichnet werden, sondern sie sind Allesfresser, deren Fressverhalten von den Jahreszeiten abhängt.

  1. Wenn es das Nahrungsangebot erlaubt, ernähren sich die Marder ein halbes Jahr lang, nämlich im Sommer und im Herbst nur von Pflanzen. Im Winter und im Frühjahr, wenn es noch keine Früchte gibt, fressen sie Vögel, deren Eier, kleine Säugetiere, Insekten und Würmer.
  2. Leben sie in menschlicher Nähe, ist ihnen die Mülltonne mit ihren Essensresten jedoch ganzjährlich eine willkommene Nahrungsquelle, die ohne mühsame Suche einen wohl gedeckten Tisch zu bieten hat.
  3. Als Raubtier besucht der Marder außerdem gerne den ungesicherten Hühner- oder Kaninchenstall. Und auch vor dem Taubenschlag machen die kleinen Allesfresser nicht halt. Schließlich sind Tiere in Käfighaltung eine leichte Beute.

Dass sich am Morgen nach einem Marderangriff oftmals kein lebender Vogel mehr im Stall befindet, liegt nicht an der Mordlust oder dem unbändigen Hunger der Steinmarder. Durch das aufgeregte Hin- und Herflattern jedoch lösen die Hühner oder Tauben bei dem kleinen Raubtier, auch wenn es schon längst satt ist, den Tötungsinstinkt immer wieder aufs Neue aus. Erst wenn sich nichts mehr bewegt, kommt der Marder wieder zur Ruhe.

Marder fangen

Für den Steinmarder ist es natürlich viel einfacher, sich an menschlichen Abfällen aus der Mülltonne zu bedienen, als in der freien Natur auf Nahrungssuche zu gehen. Deshalb halten sich viele Marder in menschlicher Nähe auf. Das wiederum hat zur Folge, dass sie auch menschlichen Lebensraum beanspruchen. Um stets nahe bei der Futterquelle zu sein, nutzen sie den Dachboden als Zufluchtsort oder sie nisten sich in Ställen und Garagen ein. Auch in ungenutzten Nebengebäuden findet der kleine Vielfraß oftmals einen Unterschlupf.

Da der Marder, als Einzelgänger, sein Territorium für sich alleine beansprucht, kommt es immer wieder zu Revierkämpfen. Dringt ein fremder Marder ein, wird er angegriffen. Das führt oftmals so weit, dass dabei auch menschliches Eigentum zu Schaden kommt.

  • Wurde beispielsweise das Innere eines Motorraumes von einem Marder bereits als Revier mit Duftmarken markiert, kann es durchaus passieren, dass ein zweiter Marder sich für den selben Unterschlupf interessiert.
  • Der zweite Marder verbeißt sich dann nicht selten in Bremsschläuche oder Zündkabel, die nach dem ersten Marder riechen.

Weil das wiederum für den Menschen nicht gerade ungefährlich enden kann, versuchen die Betroffenen den Steinmarder zu vertreiben, zu fangen oder gar zu vergiften. Im Zuge des Tierschutzes ist es aber selbstverständlich verboten, den Marder zu vergiften!

Wenn Sie dem Tier kein Leid zufügen, dürfen Sie es jedoch vertreiben. Auch die Marderjagd ist erlaubt, allerdings nur zur Jagdsaison in der Zeit zwischen Mitte Oktober und Ende Februar. Und jagen darf natürlich längst nicht jeder. Nur wer eine besondere Genehmigung hat, darf während der Jagdsaison auf Marderjagd gehen.

Am einfachsten für den Betroffenen und am schonendsten für den Marder ist es, wenn sich der professionelle Jäger um das Marderproblem kümmert. Er wird den kleinen Störenfried in der Regel mithilfe einer Falle einfangen. Auch das Fallenstellen zählt zur Jagd. Welche Falle für den Marder erlaubt ist und von wann bis wann genau die Jagdzeit geht, ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Der Jäger weiß aber darüber genau Bescheid.

Sollten Sie selber ohne Genehmigung versuchen einen Steinmarder zu fangen, ihm etwas zuleide tun oder ihn verletzen, machen Sie sich ebenso der Wilderei strafbar, wie wenn Sie das Tier außerhalb der Jagdsaison jagen!

Weitere interessante Informationen und nützliche Tipps können Sie hier finden:

Was tun gegen Marder?

Im Gegensatz zu vielen anderen, kleinen Säugetieren hält der Steinmarder keinen Winterschlaf. Deshalb muss er auch im Winter bei Schnee und Eis auf Nahrungssuche gehen. Das reichhaltige, vegetarische Nahrungsangebot aus Sommer und Herbst steht ihm in der kalten Jahreszeit natürlich nicht zur Verfügung. Daher muss sich der Marder während des Winters auf fleischliche Nahrung beschränken oder die menschlichen Abfälle plündern.

Weil sich gerade in dieser Zeit der kleine Allesfresser dem Menschen besonders gerne anschließt, sollten Sie Folgendes beherzigen:

  1. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Mülltonnen stets gut verschlossen sind.
  2. Lagern Sie keine Nahrung im Freien oder in für den Marder zugänglichen Nebengebäuden.
  3. Schließen Sie ab Dämmerungsbeginn stets die Fenster zur Vorratskammer, zum Keller und zur Küche.
  4. Schieben Sie am Hühnerstall, Kaninchenstall und Taubenschlag stets einen Riegel vor, sodass das hungrige Raubtier keine Möglichkeit hat, hineinzugelangen.

Hat sich bereits ein Marder bei Ihnen breit gemacht, dürfen Sie, wenn Sie eine Genehmigung einholen, das Tier während der Jagdsaison fangen. Ist nun aber gerade keine Jagdsaison, haben Sie entweder die Möglichkeit, den Allesfresser vom Profi verjagen zu lassen, oder Sie legen selbst Hand an. Sie können dann mithilfe altbewährter Hausmittel den Steinmarder vertreiben. Nützliche Tipps und interessante Informationen dazu erhalten Sie auf der Seite Marder vertreiben.

Alternativ zu den Hausmitteln können Sie sich im Fachhandel unterschiedliche Lösungen für Ihr Problem besorgen. Es werden Mardersprays angeboten, die für das Tier eine so große Geruchsbelästigung darstellen, dass es freiwillig das Weite sucht. Sie können sich Ultraschallgeräte besorgen, die den Marder durch Lärmbelästigung vertreiben.

Und Sie können mit Elektroschocks arbeiten, bei denen die Tiere nach dem Weidezaunprinzip zwar einen Stromschlag bekommen, aber nicht verletzt werden. Nach dieser unangenehmen Erfahrung entschließen sie sich ebenfalls zur Flucht. Weitere Tipps, wie Sie gegen den Marder in Ihrem Haus oder Auto vorgehen können, erhalten Sie auf dieser Seite: Marderabwehr